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Dienstag, April 16, 2024

Billy Bolt mit weiteren Sieg in Bulgarien und „fast“ Weltmeister

Sofia in Bulgarien war ein neuer Austragungsort der MOTOZ FIM Superenduro WM 2024. Dabei gab es einen großen deutschen Anteil, da „Mister“ Holger Dettmann wie auch in Riesa für die Strecke verantwortlich war. Somit war von Anfang an Spannung angesagt, denn der Track hatte den typischen Dettmann-Touch, der für spektakuläres Racing bekannt ist.

Prestige

Superpole

Eddie Karlsson ging als Erster auf die Strecke, wurde jedoch sofort von Diogo Vieira mit der Bestzeit überboten. Auch Olszowy war schneller und hielt die Spitze, bis Billy Bolt als Letzter eine neue Fabelzeit in den Dreck brannte.

Lauf 1

Bolt ging direkt in Führung und absolvierte ein fehlerfreies, fast langweiliges Rennen. Bereits nach der ersten Runde führte er mit über 5 Sekunden Vorsprung.

Dahinter war es jedoch deutlich spannender. Es entwickelte sich ein packendes Duell um den zweiten Platz zwischen Mitch Brightmore und Dominik Olszowy. Der Pole war jedoch einmal mehr zu ungestüm und kollidierte mit Brightmore. Davon profitierte Manuel Lettenbichler, der nun als Zweiter ins Ziel fuhr.

Billy Bolt

Lauf 2

Im Reverse Grid führte zunächst Will Hoare, gefolgt von Tim Apolle. Als Hoare stürzte, profitierte der Deutsche und führte über längere Zeit den Lauf an. Erst 3 Minuten vor Schluss kam Billy heran und überholte den deutschen BETA-Piloten. Dieser geriet vollständig aus dem Tritt und fiel leider bis auf Rang 7 zurück. Lettenbichler wurde erneut Zweiter und Olszowy Dritter.

Lauf 3

Im letzten Lauf holte überraschend Diogo Vieira den Holeshot. Bolt holte jedoch schnell auf und übernahm erneut die Führung, um spielerisch zum Sieg zu fahren. Hoare übernahm dann den zweiten Platz von Vieira, während Lettenbichler durch einen Fehler auf Rang 4 zurückfiel. Obwohl der KTM-Werksfahrer kurzzeitig wieder auf den dritten Platz vorrückte und sich dann erneut hinter Brightmore einreihte, reichte es am Ende des Tages für Platz 2.

Bulgarien
Manuel Lettenbichler

Durch seinen zweiten Platz im letzten Rennen sicherte sich Will Hoare den dritten Gesamtplatz des Tages hinter Bolt und Lettenbichler.

Walker war geschwächt und konnte nie an seine normale Leistung anknüpfen. Mit Platz 4 am Tagesende holte er jedoch genug Punkte, um den Titel noch nicht endgültig an Bolt zu verlieren.

Tim Apolle hatte einige positive Momente in Bulgarien. Mit Platz 8 ist er jedoch am Ende etwas unter seinen Möglichkeiten geblieben. Es wäre definitiv mehr möglich gewesen, hätte auch etwas mehr Glück mitgespielt.

Junioren

Lauf 1

Ein volles Startgatter gab es bei den Junioren und erneut den spannenden Kampf zwischen Ashton Brightmore, Suff Sella und Milan Schmüser.

Brightmore zeigte von Beginn an, dass er erneut alle Läufe gewinnen wollte. Souverän siegte er im ersten Durchgang vor Suff Sella und Roland Liska. Schmüser kämpfte ebenfalls vorne mit und hatte am Abend noch viel vor. Zunächst startete er auf Platz 4.

Lauf 2

Trotz eines Problems mit dem Startgatter wurde das Rennen nicht abgebrochen. Somit mussten sich die Fahrer von weit hinten nach vorne kämpfen. Sella war zunächst mit Rang 11 am weitesten hinten, während Brightmore und Schmüser direkt vorne dabei waren. Sella kämpfte jedoch wie ein Löwe und holte kontinuierlich auf. 30 Sekunden vor Ablauf der Uhr überholte er sogar Milan Schmüser, der zu diesem Zeitpunkt Zweiter war. Mit einem Rekordvorsprung von 14 Sekunden siegte jedoch erneut Ashton Brightmore.

Lauf 3

Diesmal startete erneut Liszka am besten. Wie schon im ersten Lauf holte der Ungar den Holeshot. Brightmore nistete sich auf Rang 2 ein, und Schmüser erneut auf Platz 3. Es dauerte jedoch nicht lange, bis Sella zunächst an Schmüser in der Matrix vorbeiging und sogar Brightmore angriff. Zu diesem Zeitpunkt war Liszka bereits zurückgefallen.

Beim Überholversuch von Suff Sella an Brightmore stürzte Sella jedoch so schwer, dass er bis auf Rang 6 zurückfiel. Damit verbaute er sich alle Chancen und wurde sogar von Brightmore überrundet. Mit dem Sieg von Brightmore und Platz 2 von Schmüser waren auch die ersten beiden Plätze in der Tageswertung belegt. Schmüser zeigte weiterhin eine aufsteigende Tendenz, die nun mit Rang 2 belohnt wurde. Sella wurde noch Dritter, verlor jedoch vor dem Finale in Newcastle nächste Woche weitere Punkte auf Ashton Brightmore.

In Newcastle erwartet die Fans ein spektakuläres Finale, das von Paul Edmondson ausgerichtet wird. Dieser verspricht eine Strecke, die sich an früheren Zeiten orientiert. Auf dieser können sich auch einige alte Hasen beweisen, denn sogar Paul Bolton findet sich auf der Startliste wieder.

Newcastle wird auch das Ende der Ära von ABC Communication bedeuten. Alain und Bastien Blanchard waren die Schöpfer der Superenduro WM und haben eine lange Zeit als Promoter geprägt. Newcastle wird ihr Finale markieren, bevor dann 2025 ein neuer Promotor aus Polen übernimmt.

Text: Denis Günther/Marcel Teucher

Fotos: Future7Media

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.