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Dienstag, März 5, 2024

MOTOZ Superenduro WM: Rumänien macht seinen Ruf als härtestes Enduroland auch in der Halle alle Ehre – Bolt gewinnt knapp

Erstmals zog der MOTOZ Superenduro-Tross nach Rumänien. In dem von Enduro begeisterten Land wurde bereits vor 2 Jahren über einen Auftritt der Weltmeisterschaft nachgedacht. Zur Saison 2024 wurde dies nun Realität.

Im Land der Red Bull Romaniacs präsentierte sich die Strecke in der Gastgeberstadt Cluj-Napoca im Gegensatz zu den bisherigen Veranstaltungen dieser Saison ziemlich eng und anspruchsvoll. Dies führte zu einigen Diskussionen, die wiederum zu einem teilweisen Streckenumbau führten.

Billy Bolt, der nach seiner Knieverletzung in Riesa geschwächt antrat, holte sich dennoch die Bestzeit im Zeittraining, vor einem stark aufgelegten Manuel Lettenbichler, dem die anspruchsvolle Strecke von Beginn an besser lag als bei den bisherigen Rennen.

Prestige

In der ersten Entscheidung der Superpole lag Eddie Karlsson zunächst lange an der Spitze. Er konnte die Versuche von Olszowy, Hoare, Vieira und Lettenbichler abwehren. Jonny Walker, der in Riesa noch gewonnen hatte, stürzte und landete nur auf dem siebten Platz. Auch Billy Bolt schaffte es nicht, und somit holte sich Karlsson erstmals die Bestzeit in der Superpole.

Lauf 1: Ein Fehler entschied den Lauf

Mit guten Starts kamen Bolt und Walker gleich in Runde 1 dem Polesetter Karlsson nahe. Am Ende von Runde 1 war Bolt bereits an der Spitze, und Walker auf dem 3. Platz. Ab Runde 2 drehten beide wieder einsam ihre Runden. Bis drei Runden vor Schluss, dann machte Bolt einen entscheidenden Fehler, und Walker zog vorbei: „Die Strecke ist so schwierig und anstrengend, ich konnte aber fehlerfrei fahren und aus Reihe 2 gewinnen.“ Somit konnte er den zweiten Laufsieg in Folge holen, da er auch in Riesa den letzten Heat für sich entschied. Lettenbichler holte den 3. Platz.

Lauf 2: Drama zwischen Bolt und Walker

Im Reverse Grid Race ging zunächst Mitch Brightmore in Führung. Walker, ebenfalls aus der ersten Reihe gestartet, übernahm in Runde 3 erneut die Spitze. Bolt schaffte es erst spät, an Brightmore vorbeizugehen, kam jedoch 2 Runden vor Schluß nach einem Fehler von Walker plötzlich näher. Er riskierte jedoch zu viel und stürzte. Bolt gab nicht auf, kam wieder heran und überholte tatsächlich in der letzten Runde und siegte im Reverse Grid Rennen.

Lauf 3: Bolt souverän

Eddie Karlsson ging als Erster ins entscheidende Finale. Auch nach Runde 3 lag er noch vor Bolt in Führung, während Walker auf Rang 3 lauerte. In Runde 4 startete Bolt seinen Angriff auf die Spitze, und Walker schlüpfte mit durch auf Rang 2. Es hatte sich jedoch bereits ein Abstand von 5 Sekunden gebildet, den Bolt anführte.

Am Ende hatte der Meisterschaftsführende 21,5 Sekunden Vorsprung vor Walker, der im entscheidenden Lauf einige Fehler machte. Somit gewann Bolt erneut den Abend. Billy Bolt zeigte sich zufrieden im Ziel: „Ich spürte mein verletztes Knie mehrmals, aber es hat erneut auf der schwierigen Strecke gereicht.“

Lettenbichler wurde im letzten Lauf noch einmal Dritter, wodurch er auch insgesamt den dritten Platz belegte. Mit Walker auf Platz 2 und Bolt auf P1 ergab sich das gleiche Ergebnis wie in Riesa.

Tim Apolle kämpfte den ganzen Abend mit der anspruchsvollen Strecke und sicherte sich dreimal den 7. Platz.

Junioren

Milan Schmüser fand den Weg nach Rumänien und kommt langsam wieder in Schwung. Am Start von Lauf 1 hatte er jedoch Pech und wurde zunächst eingeklemmt, wodurch er den Anschluss verlor. Durch eine geschickte Aktion konnte er jedoch profitieren, sowohl Liszka als auch Sella überholen und lag drei Minuten vor Ende bereits auf dem dritten Platz. Brightmore und Fernandez waren an der Spitze jedoch uneinholbar. Schmüser unterlief selbst noch ein Fehler, und er fiel wieder auf den vierten Platz hinter Sella zurück.

Im Reverse Grid war Ashton Brightmore, der den ersten Lauf souverän gewonnen hatte, schnell wieder an der Spitze. Auch Sella war von Beginn an deutlich besser und setzte Guimera auf der Sherco frühzeitig unter Druck und wurde zweiter. Guimera hielt Platz 3 bis zum Ende. Milan Schmüser wurde dieses Mal Fünfter; er lag jedoch lange auf dem vierten Platz, erst gegen Ende setzte sich Fernandez durch, der nach dem zweiten Platz im ersten Lauf dieses Mal Vierter wurde.

Alles auf eine Karte setzte Sella in Lauf 3. Zunächst ging der Israeli auch in Führung. Brightmore dagegen machte einige Fehler, sodass auch Sellas Teamkollege Fernandez näher kam, aber es reichte nicht, Brightmore zu bedrängen. Sella behielt seinen Vorsprung und siegte. Schmüser fuhr ein kontrolliertes Rennen auf Platz 4, was am Ende auch Platz 5 in der Tageswertung bedeutete. In der Gesamtwertung des Tages siegte Brightmore vor Sella und Fernandez.

Europacup

Der Europacup fand ohne deutsche Fahrer statt, obwohl Rumänien ein erreichbares Ziel gewesen wäre. Auf der schwierigen Runde mit vielen Baumstämmen kämpften die Fahrer im Europacup besonders hart. Xavier Leon Sole spielte seine Erfahrung voll aus und gewann den ersten Lauf vor Dustin McCarthy, der in der letzten Runde noch einmal angreifen konnte, aber keinen Weg vorbei fand.

Im Reverse Grid Lauf 2 kam Leon Sole 1 Minute vor Schluss an die Spitze. Broniewski konterte jedoch noch einmal und ging als Führender in die letzte Runde. In diesem Schlussspurt hatte McCarthy die meisten Reserven und führte bis 1 Kurve vor Schluss. Im dichten Gedränge der Schlusskurve konnte Leon Sole dann jedoch die beste Spur erwischen und erneut gewinnen. Tagessieger wurde somit Leon Sole vor McCarthy und Wieckowski.

Der nächste Lauf ist am 03.02.2024 in Budapest. Diesmal in einer neuen größeren Halle mit 17000 Zuschauerplätzen.

Foto: Future7Media

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.