Larry ten Voorde jubelt über Doppelsieg zum Saisonauftakt

Schnellster im freien Training, zweimal auf der Pole-Position und Sieger in beiden Rennen – Larry ten Voorde (Team GP Elite) erlebte einen perfekten Saisonstart im Porsche Carrera Cup Deutschland. 

Lauf 1

„Das erste Rennen der neuen Saison zu gewinnen, ist immer ein ganz besonderes Gefühl. Natürlich konnte ich Laurin Heinrich im Rückspiegel sehen. Ich habe mich aber auf meine eigene Performance fokussiert, das war entscheidend. Das neue Fahrzeug hat spürbar mehr Aerodynamik und dadurch eine deutlich höhere Geschwindigkeit in den Kurven“, sagte ten Voorde. Die beiden weiteren Podiumsplätze sicherten sich Laurin Heinrich (Deutschland/Van Berghe Huber Racing) und Christopher Zöchling (Österreich/Fach Auto Tech). Beim Doppellauf im Rahmen der FIA World Endurance Championship (WEC) gehen insgesamt 29 Fahrer im neuen Porsche 911 GT3 Cup an den Start.

Titelverteidiger ten Voorde verschaffte sich im Qualifying eine optimale Ausgangslage und begann das Rennen im Cup-Fahrzeug von der Pole-Position. Direkt nach dem Start konnte sich der 24-Jährige von seinen Konkurrenten lösen. Souverän führte ten Voorde das Rennen über die gesamte Distanz an und jubelte nach 14 Runden über den Sieg. Verfolger Heinrich hielt den Rückstand stets unter einer Sekunde – dem 19-Jährigen gelang es aber nicht, den GP-Elite-Fahrer entscheidend unter Druck zu setzen. „Zweimal bin ich dichter an Larry ten Voorde herangekommen, der Sieg war aber leider nicht drin. Für mich ist das trotzdem ein super Ergebnis und das Rennen hat richtig Spaß gemacht. Samstag starte ich erneut von Rang zwei und möchte dann natürlich angreifen“, sagte Heinrich. Der Youngster war damit bester Fahrer aus dem Porsche Carrera Cup Deutschland Talent Pool, dem Nachwuchsprogramm des Markenpokals.

In einem actionreichen Rennen auf dem Traditionskurs im Ardennenwald belegte Routinier Zöchling Rang drei, nachdem er sich in der Schlussphase geschickt gegen Leon Köhler (Deutschland/Nebulus Racing by Huber) durchgesetzt hat. „In den letzten Runden hat Leon Köhler richtig Druck gemacht. Wir sind schon viele Stunden zusammen Sim-Racing gefahren, daher kenne ich seine Tricks und konnte mich erfolgreich verteidigen“, erklärte Zöchling. Hinter Köhler folgten Gaststarter Dorian Boccolacci (Frankreich/Martinet by Alméras) sowie die beiden Niederländer Max van Splunteren (GP Elite) und Loek Hartog (Black Falcon Team Textar). 

Den Sieg in der ProAm-Klasse feierte Carlos Rivas (Black Falcon Team Textar). Der Luxemburger gewann in seiner Wertung vor Bashar Mardini (VAE/Van Berghe Huber Racing) und Kim Hauschild (Deutschland/HRT Motorsport). Unglücklich verlief das Rennen auf der 7,004 Kilometer langen Ardennen-Achterbahn dagegen für Ayhancan Güven (Türkei/Phoenix Racing). Der Porsche Junior begann den Lauf von Rang zehn, fiel aufgrund einer Kollision nach dem Start mehrere Positionen zurück und musste nach sechs Runden vorzeitig aufgeben. „Eigentlich hatte ich einen super Start und konnte mehrere Plätze gutmachen, doch dann wurde ich von zwei anderen Fahrzeugen getroffen. Leider waren meine vorderen Felgen danach zu stark beschädigt, um das Rennen fortzusetzen. Am Samstag steht ein neues Rennen an und da werde ich alles geben“, fasste Güven zusammen.

Rennergebnis 1. Lauf, Porsche Carrera Cup Deutschland

1. Larry ten Voorde (Niederlande/Team GP Elite)
2. Laurin Heinrich (Deutschland/Van Berghe Huber Racing)
3. Christopher Zöchling (Österreich/Fach Auto Tech)
4. Leon Köhler (Deutschland/Nebulus Racing by Huber)
5. Dorian Boccolacci (Frankreich/Martinet by Alméras)
6. Max van Splunteren (Niederlande/GP Elite)
7. Loek Hartog (Niederlande/Black Falcon Team Textar)
8. Bastian Buus (Dänemark/Allied-Racing)
9. Rudy van Buren (Niederlande/CarTech Motorsport by Nigrin)
10. Lucas Groeneveld (Niederlande/GP Elite)

Lauf 2

Nach seinem Sieg am Freitag gewann der Niederländer auch am Samstag vor Laurin Heinrich (Deutschland/Van Berghe Huber Racing) und Christopher Zöchling (Österreich/Fach Auto Tech). „Ich bin super glücklich über dieses Top-Ergebnis. Wir haben uns in den Tests intensiv vorbereitet und das hat sich nun voll ausgezahlt. Wichtig war, dass ich die Konzentration über die gesamte Renndistanz hochgehalten habe“, sagte ten Voorde. Beim Auftakt im Rahmen der FIA World Endurance Championship (WEC) auf dem belgischen Circuit de Spa-Francorchamps sorgten 29 Fahrer im neuen Porsche 911 GT3 Cup für packende Rennen.

Angeführt von Pole-Setter ten Voorde fuhren die Piloten bei strahlendem Sonnenschein und einer Außentemperatur von zehn Grad Celsius in die Startaufstellung. Der GP-Elite-Fahrer verteidigte sich in der ersten Kurve gegen Heinrich – entschieden war das Duell um die Führung allerdings nicht. Nachdem ten Voorde zunächst rund eine Sekunde zwischen sich und seinen Verfolger brachte, arbeitete sich Heinrich im weiteren Verlauf immer dichter an den Spitzenreiter heran. In der zwölften Runde attackierte Heinrich mit seinem 510 PS starken Cup-Fahrzeug aus dem Windschatten heraus, aber fand keine Lücke, um an ten Voorde vorbeizuziehen. Der 24-Jährige sah zwei Runden später und 0,9 Sekunden vor Heinrich die Zielflagge. „Kurz vor Schluss gab es eine Chance für mich, aber das hat leider nicht geklappt. Trotzdem sind zweimal Rang zwei für mich ein super Start in die Saison“, sagte der 19-Jährige.

Den dritten Platz auf dem Podium sicherte sich Zöchling. „Ich wollte direkt zu Beginn Druck auf meine Vordermänner ausüben, aber konnte das Tempo nur in den ersten Runden mitgehen. Am Ende habe ich als Dritter wichtige Punkte für die Meisterschaft gesammelt“, fasste der erfahrene Carrera-Cup-Pilot zusammen. Porsche Junior Ayhancan Güven (Türkei/Phoenix Racing) erreichte Platz vier und zeigte sich zufrieden: „Natürlich wäre ich gern weiter nach vorn gefahren, aber nach dem Ausfall am Freitag ist die vierte Position ein gutes Ergebnis. In den letzten Runden wäre vielleicht noch mehr möglich gewesen, aber ich wollte mit Blick auf die Gesamtwertung kein zu hohes Risiko eingehen.“ Rang fünf belegte Leon Köhler (Deutschland/Nebulus Racing by Huber) vor Sandro Kaibach (Deutschland/Fach Auto Tech) und dem Niederländer Max van Splunteren (GP Elite).

Als bester Rookie überquerte Bastian Buus (Dänemark/Allied-Racing) die Ziellinie auf der 7,004 Kilometer langen Traditionsstrecke in den belgischen Ardennen und belegte Platz acht. In der ProAm-Wertung freute sich Carlos Rivas (Black Falcon Team Textar) über einen Doppelsieg: Nach Rang eins am Freitag gewann der Luxemburger seine Klasse am Samstag vor Georgi Donchev (Bulgarien/Nebulus Racing by Huber) und Kim Hauschild (Deutschland/HRT Motorsport). „Zwei actionreiche Rennen mit vielen Duellen auf einer der berühmtesten Strecken der Welt, das war ein gelungener Auftakt in die 32. Saison. Sowohl die jungen Nachwuchstalente als auch die langjährigen Routiniers haben für tollen Motorsport gesorgt. Genau das macht unseren Markenpokal aus“, sagte Hurui Issak, Projektleiter des Porsche Carrera Cup Deutschland.

Nach seinen zwei Siegen zum Auftakt heißt der Tabellenführer ten Voorde (50 Punkte). Die Top-Drei komplettieren Heinrich (40 Punkte) und Zöchling (32 Punkte). Die nächsten beiden Saisonrennen trägt der Porsche Carrera Cup Deutschland in der Motorsport Arena Oschersleben aus. Beim Doppellauf vom 14. bis zum 16. Mai gastiert der Markenpokal bei der Veranstaltung des ADAC GT Masters.

Rennergebnis 2. Lauf, Porsche Carrera Cup Deutschland

1. Larry ten Voorde (Niederlande/Team GP Elite)
2. Laurin Heinrich (Deutschland/Van Berghe Huber Racing)
3. Christopher Zöchling (Österreich/Fach Auto Tech)
4. Ayhancan Güven (Türkei/Phoenix Racing)
5. Leon Köhler (Deutschland/Nebulus Racing by Huber)
6. Sandro Kaibach (Deutschland/Fach Auto Tech)
7. Max van Splunteren (Niederlande/GP Elite)
8. Bastian Buus (Dänemark/Allied-Racing)
9. Loek Hartog (Niederlande/Black Falcon Team Textar)
10. Morris Schuring (Niederlande/Team GP Elite)

Foto: Porsche AG / Ferdi Kräling Motorsport-Bild GmbH – www.kraelingbildagentur.de

Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.