Waliser Evans fährt bei der Rallye Portugal zum vierten WRC-Sieg

Sordo wird Zweiter und Ogier wird Dritter und behält die Führung in der Meisterschaft 2021. Elfyn Evans gewann die Vodafone Rally de Portugal am Sonntagnachmittag und holte sich damit seinen vierten Karrieresieg in der FIA World Rally Championship.

Er ließ die Enttäuschung über die Niederlage um Sekundenbruchteile bei der vorherigen Runde in Kroatien hinter sich und kletterte auf den zweiten Platz in der Fahrerwertung. Er liegt zwei Punkte hinter seinem Toyota Gazoo Racing Teamkollegen Sébastien Ogier.

Evans, der ein Yaris World Rally Car fährt, schnappte sich den Spitzenplatz von Ott Tänak, als der Este seinen Hyundai i20 am Samstagnachmittag mit einer gebrochenen Aufhängung aufgab.

Er war nicht in der Stimmung, einen weiteren Rückschlag in seinem Titelkampf zu riskieren und stürmte durch die erste Geschwindigkeitsprüfung am Sonntagmorgen, um seinen Vorsprung von 10,7 Sekunden vor Dani Sordo zu verdoppeln. Die verbleibenden vier Prüfungen absolvierte er locker und gewann mit 28,3 Sekunden Vorsprung.

“Wir waren vielleicht nicht die schnellste Mannschaft an diesem Wochenende, aber trotzdem hatten wir eine wirklich gute Pace, hielten uns aus Schwierigkeiten heraus und taten genug, um Dani heute hinter uns zu halten”, sagte ein jubelnder Evans. “Das kommt zu einem wirklich guten Zeitpunkt für unsere Meisterschaftsherausforderung, da wir uns auf einige harte Schotterrallyes zubewegen.”

Sordo führte die dreitägige Schotter-Rallye für einen Großteil der ersten Etappe am Freitag in seinem i20 an, bis er seinen Motor abwürgte und hinter Tänak zurückfiel. Aber bei einer Rallye, bei der der Einsatz der harten und weichen Pirelli-Reifen entscheidend war, war er oft unzufrieden mit seiner Wahl.

In der letzten Prüfung am Samstagabend konnte der Spanier den Vorsprung von Evans ausbauen, hatte aber keine Antwort auf die Riposte des Walisers am Sonntagmorgen.

Ogier begann die Veranstaltung in Matosinhos, die vierte von zwölf Runden, an der Spitze der Meisterschaft. Auf sandigen Straßen, die später startende Autos bei sauberen und griffigeren Bedingungen begünstigten, war der erste Platz in der Startreihenfolge eine große Hürde für den Franzosen.

Durch eine geschickte Reifenwahl und Probleme bei den Vorderleuten konnte Ogier stetig nach vorne klettern und kam als Dritter ins Ziel, fast eine Minute hinter Sordo. Toyota baute mit dem Doppelpodium seine Führung in der Herstellerwertung auf 37 Punkte aus.

Takamoto Katsuta erzielte in einem dritten Yaris den vierten Platz und damit die beste Platzierung seiner Karriere. Der Japaner tauschte während der zermürbenden Etappe am Samstag in den Cabreira-Bergen die Plätze mit Ogier, bevor er sein Tempo auf der letzten der fünf Etappen am Sonntag maß.

Das M-Sport Ford-Duo Gus Greensmith und Adrien Fourmaux belegte in ihren Fiestas die Plätze fünf und sechs. Beide büßten mit Drosselklappenproblemen Zeit ein, Fourmaux verlor durch einen Dreher am ersten Tag noch mehr Zeit, aber der fünfte Platz entsprach Greensmiths bester WRC-Leistung.

Zu Tänak gesellte sich Thierry Neuville, der seinen i20 auf die Seite kippte und sich die Hinterradaufhängung brach. Beide starteten neu und holten sich als Trostpflaster die Bonuspunkte für den ersten und zweiten Platz auf der legendären Fafe Wolf Power Stage.

Die Fahrer haben einen schnellen Turnaround vor der fünften Runde auf den Schotterstraßen der Mittelmeerinsel Sardinien vor sich. Die Rally Italia Sardegna findet vom 3. bis 6. Juni in Olbia statt.

Final positions
1. E Evans / S Martin GBR Toyota Yaris 3hr 38min 26.2sec
2. D Sordo / B Rozada ESP Hyundai i20 +28.3sec
3. S Ogier / J Ingrassia FRA Toyota Yaris +1min 23.6sec
4. T Katsuta / D Barritt GBR Toyota Yaris +2min 28.4sec
5. G Greensmith / C Patterson GBR Ford Fiesta +4min 52.7sec
6. A Fourmaux / R Jamoul FRA Ford Fiesta +5min 03.4sec

2021 FIA World Rally Championship (after round 4 of 12)
1. S Ogier 79pts
2. E Evans 77
3. T Neuville 57

Foto: Jaanus Ree / Red Bull Content Pool

Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.