Dreifacher Champion Al-Attiyah gewinnt Etappe zwei und rückt auf

Die Rallye Dakar 2021 bot zum ersten Mal Dünen und der Wechsel des Terrains hatte einen massiven Einfluss auf die Bestenliste. Die zweite Etappe führte von Bisha nach Wadi Ad-Dawasir und umfasste 457 Kilometer gegen die Uhr. Mit einer Vielzahl von Navigationsherausforderungen sowie weichen Sanddünen war dies eine klassische Dakar-Etappe. Während der Etappe zeichnete sich ein Dreikampf an der Spitze des Autorennens ab, der die kommenden Tage der Dakar dominieren wird. Mit seinem Etappensieg verbesserte sich Nasser Al-Attiyah auf den dritten Gesamtrang hinter dem Führenden Stéphane Peterhansel und dem Zweitplatzierten Carlos Sainz.

„Heute haben wir vom Start bis zum Ziel Vollgas gegeben und alles hat wirklich gut für uns funktioniert.“ – Nasser Al-Attiyah

Peterhansel führt nun die Gesamtwertung mit einem Vorsprung von 6.37 Minuten auf seinen MINI JCW Buggy Kollegen Sainz an. Peterhansel, Sainz und Al-Attiyah haben zusammen 13 Dakar-Rennsiege auf dem Konto und es sieht so aus, als würde sich diese Zahl in diesem Jahr noch erhöhen.

„Die Dünen kamen kurz vor dem Start, als wir viel Benzin dabei hatten. Die Priorität war, nicht stecken zu bleiben.“ – Stéphane Peterhansel

Kuba Przygoński und Sébastien Loeb haben sich nach zwei Etappen in den Top 10 etabliert, während Giniel De Villiers und Cyril Despres weiterhin auf der Jagd sind.

Es war ein harter Tag bei der Dakar für Red Bull KTM Factory Racing, da sie von der Spitze der Gesamtwertung abrutschten. Der zweimalige Dakar-Sieger Toby Price eröffnete die Etappe und hatte sofort mit Navigationsproblemen zu kämpfen. Der Australier litt auch unter einem Problem mit dem Kraftstofftank, das ihn ausbremste.

„Ich musste Sprit sparen, weil ich nur die vorderen Tanks hatte. Das war hart, aber das können wir heute Abend im Biwak klären.“ – Toby Price

Price‘ Teamkollege Sam Sunderland verlor ebenfalls über 20 Minuten auf den neuen Rennleiter Joan Barreda. Noch schlimmer erging es dem dritten Red Bull KTM Factory Racing-Fahrer, Matthias Walkner, der mit technischen Problemen zu kämpfen hatte und über zwei Stunden auf den ersten Platz verlor.

„Es scheint, dass derjenige, der jede Etappe eröffnet, aufgrund der Beschaffenheit des Geländes viel Zeit verliert. Es ist nicht einfach, einen fehlerfreien Lauf zu haben.“ – Sam Sunderland

Laia Sanz ist in den vergangenen zwei Tagen bei der Dakar in ihren Rhythmus gekommen. Die bestplatzierte Bikerin der letzten 10 Ausgaben der Dakar ist darauf aus, ihre beeindruckende Bilanz zu halten.

„Es war eine wirklich schnelle Etappe und ich bin zufrieden mit dem Rhythmus, den ich langsam finde. Hoffentlich kann ich mich von Tag zu Tag verbessern.“ – Laia Sanz

Ebenfalls noch auf Kurs, ihre persönlichen Ziele bei der Dakar 2021 zu erreichen, sind Daniel Sanders, Stefan Svitko, Camille Chapelière, CS Santosh und Mohammed Jaffar.

„Das ist jetzt schon das längste Wüstenrennen, das ich in meinem Leben gefahren bin, und wir haben bisher erst zwei Etappen hinter uns! Es liegt noch ein so langer Weg vor uns.“ – Mohammed Jaffar

In der Kategorie Lightweight Vehicles wechselte die Führung erneut: Chaleco López liegt nun an der Spitze. Die gestrige Etappensiegerin Cristina Gutiérrez liegt auf dem vierten Gesamtrang, weniger als drei Minuten hinter López.

„Der Sand war schön und es war eine tolle Dakar-Etappe.“ – Chaleco López

Gutiérrez‘ Red Bull Off-Road Junior Team-Kollegen Seth Quintero und Mitch Guthrie Jr. beendeten die 457 km lange Wertungsprüfung ebenfalls, ebenso wie Mattias Ekström.

„Mein Hauptziel heute war es, den ganzen Tag im Auto zu bleiben und keine Probleme zu haben. Und genau das haben wir geschafft.“ – Seth Quintero

Mit seinem zweiten Etappensieg in Folge beim Truck Race hat sich Dmitry Sotnikov in der Gesamtwertung ein Polster von über 17 Minuten verschafft. Sotnikovs Kamaz-Teamkollegen Anton Shibalov und Ayrat Mardeev liegen ebenfalls unter den Top 5. Ignacio Casale ist bei seiner Rückkehr in die Truck-Kategorie Gesamtsiebter.

„Das Gefühl heute war sehr schön. Es gab viele Dünen und starke Konkurrenten um mich herum.“ – Ignacio Casale

Noch mehr Dünen hat der Konvoi der Rallye Dakar 2021 morgen auf der dritten Etappe zu bewältigen. Die 403 Kilometer lange Wertungsprüfung führt an den Rändern der berüchtigten Wüste Empty Quarter vorbei, bevor die Teilnehmer zum Biwak im Wadi Ad-Dawasir zurückkehren.

2021 Dakar Rally Car Race Top 5 (after Stage Two)
1. S. PETERHANSEL (FRA)   MINI   07:17:18
2. C. SAINZ (ESP)   MINI   +00:06:37
3. N. AL-ATTIYAH (QAT)   TOYOTA   +00:09:14
4. M. SERRADORI (FRA)   CENTURY   +00:14:21
5. J. PRZYGONSKI (POL)   TOYOTA   +00:24:27

2021 Dakar Rally Bike Race Top 5 (after Stage Two)
1. J. BARREDA (ESP)   HONDA   08:15:38
2. R. BRABEC (USA)   HONDA   +00:06:23
3. R. BRANCH (BWA)   YAMAHA   +00:06:37
4. P. QUINTANILLA (CHL)   HUSQVARNA   +00:07:16
5. X. DE SOULTRAIT (FRA)   HUSQVARNA   +00:08:25

2021 Dakar Rally Lightweight Vehicle Top 5 (after Stage Two)
1. F. LOPEZ (CHL)   CAN-AM   08:58:13
2. A. DOMZALA (POL)  CAN-AM   +00:00:39
3. G. FARRES (ESP)  CAN-AM   +00:01:01
4. C. GUTIERREZ (ESP)  OT3   +00:02:47
5. R. VARELA (BRA)   CAN-AM   +00:04:09

2021 Dakar Rally Truck Top 5 (after Stage Two)
1. D. SOTNIKOV (RUS)   KAMAZ   08:01:39
2. S. VIAZOVICH (BLR)   MAZ   +00:17:14
3. A. SHIBALOV (RUS)   KAMAZ   +00:22:03
4. M. MACIK (CZE)   IVECO   +00:24:36
5. A. MARDEEV (RUS)   KAMAZ   +00:29:53

Foto: Flavien Duhamel/Red Bull Content Pool

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.