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Dienstag, Juni 18, 2024

Hausaufgaben-Kontrolle beim MSC Fürstlich Drehna

Nachdem der MSC Fürstlich Drehna im Rahmen des ADAC MX Masters in den letzten Jahren als Auftaktveranstalter quasi gesetzt war, brachten die teilweise fragwürdigen Corona-Maßnahmen auch diesbezüglich einiges durcheinander. Nach einem Jahr Pause 2020 und einem Rennen Anfang September 2021, richtete der gestandene Motorsportclub im Süden Brandenburgs Anfang Oktober 2022 das in vielerlei Hinsicht gediegene Finale aus. In diesem Jahr ist nun wieder alles wie vorher, sprich, der Saisonauftakt steigt wieder in Fürstlich Drehna, konkret am 1. und 2. April.

Ebenfalls wie üblich, stimmte der MSC Fürstlich Drehna Journalisten und geladene Gäste im Rahmen einer Pressekonferenz auf das Großereignis auf der Rennstrecke „Rund um den Mühlberg“ ein. Dabei sagte der Vereinsvorsitzende, Marcel Rentsch, unter anderem: „Wir hatten im vorigen Jahr ein tolles Masters-Finale und ebenfalls viele Zuschauer. Allerdings ist es uns auch Club-intern lieber, wieder den Saisonauftakt auszurichten. Ich glaube, das ist auch dem Serien-Promoter ADAC ganz recht, denn da das eine oder andere beim ersten Rennen des neuen Jahres mitunter etwas holprig läuft, können wir mit unserer Erfahrung sicherlich wieder einiges an Stabilität einbringen.“

Neben diesem recht allgemein formulierten Vorzug des MSC Fürstlich Drehna, bezog sich der Sportleiter und am 1. und 2. April wieder als Rennleiter fungierende Henrik Pilz bei seinen Ausführungen auch auf den noch einmal gestrafften Zeitplan. Dies wurde notwendig, weil die Nachwuchsklasse ADAC MX Junior Cup 85 geöffnet wurde und man mit über 100 Startern rechnet. Ergo, muss der Kampf um die 40 Startplätze am Gatter in zwei Trainingsgruppen ausgetragen werden. „Das wird sportlich und ohne viele Pausen ablaufen. Aber das ist kein Problem, das bekommen wir mit unseren treuen Helfern hin“, meinte Henrik Pilz entspannt. Die Anzahl derer, die zum Gelingen insgesamt und in den verschiedensten Bereichen beitragen, bezifferte er mit rund 300.

Während diese mitunter ziemlich unerkannt und teilweise im Hintergrund Dienst tun, werden sich während der Rennen oder im zuschauerfreundlichen offenen Fahrerlager natürlich alle Blicke auf die Fahrer richten. Von denen konnte der MSC Fürstlich Drehna bei seiner PK gleich deren fünf Eigengewächse aufbieten.

So wird der 13-jährige Moritz Firl aus Ruhland in besagter Klasse ADAC MX Junior Cup 85 antreten und möchte in die Top 10 fahren.
Ob das bei Richard Stephan aus Großräschen möglich sein wird, vermag er noch nicht zu sagen, denn er stieg vom etwas hubraumgrößeren ADAC MX Junior Cup 125 nun in den ADAC MX Youngster Cup auf. Dieser ist die letzte Vorstufe zur gleich der Serie lautenden Top-Klasse ADAC MX Masters. „Für mich als Klassenneuling ist es natürlich schwer, irgendeine Zielsetzung zu nennen. Ich werde mein Bestes geben und will bei meinem Heimrennen viel Spaß haben“, ließ er sich lediglich entlocken.

Vor allem Spaß wollen in der Masters-Klasse auch Eric Schwella aus Felixsee und Stephan Lischka aus Sonnewalde haben. Der Ex-Förderpilot des ADAC Berlin-Brandenburg, Eric Schwella, muss aus beruflichen und privaten Gründen derzeit Motocross-mäßig etwas kleinere Brötchen backen. So begann er im vorigen Jahr bei seinem Heimrennen das Wochenende in der Masters-Klasse, trat nach Lauf eins aber nicht weiter an, um am Montag danach beim Rennen zur Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg den Meistertitel in der Top-Klasse MX1 sicherzustellen. Ein Mix-Programm wird er auch in diesem Jahr absolvieren, doch sein Heimrennen möchte er diesmal komplett mitnehmen.
Etwas anders verhält es sich bei Stephan Lischka, der als 34-Jähriger im Masters debütieren wird. „Ich bin bisher nur Landesmeisterschaft gefahren, aber da ich nicht mehr der Jüngste bin, möchte ich wenigstens noch einmal im ADAC MX Masters an den Start gehen. Es wird mein erstes international besetztes Rennen sein. Die Qualifikation für die Heats wäre ein Traum“, erklärt der Sohn des ehemaligen Club-Vorsitzenden Jörg Lischka mit verschmitztem Gesichtsausdruck.

Ganz andere Ambitionen hat natürlich Maximilian Spies. Der 19-Jährige aus Ortrand hat die letzten drei Jahre in den Top 2 des ADAC MX Youngster Cups beendet – 2020 als Meister. Nun hat er den langersehnten Sprung in die national wie international größte Klasse vollzogen. Im KTM Kosak Racing Team wird er fast alle europäischen Rennen in der MXGP bestreiten. Den ersten am kommenden Wochenende in Riola Sardo auf Sardinien, um am darauffolgenden ersten April-Wochenende in Fürstlich Drehna mit Max Nagl, dem französischen Ex-Weltmeister Jordi Tixier, seinem Teamkollegen Tom Koch und weiteren Top-Piloten aus dem Masters-Feld um die Wette zu fahren. „Klar, es ist mein erstes Jahr in der Top-Klasse, aber ich weiß was ich kann und bin sehr gut vorbereitet. In der WM möchte ich zunächst in die Punkte, sprich unter die ersten 20 fahren. Im Masters sind die Top 10 bis Top 5 regelmäßig mein Ziel. Ich möchte aber auch, am besten nicht nur einmal, aufs Tagespodest fahren und mindestens einmal als bester Deutscher aus dem Tag gehen“, sagte Maximilian Spies selbstbewusst, aber nicht unbedingt unrealistisch.

Wie es letztendlich kommt, wird sich in allen Fällen und auf alle Fälle am 1. und 2. April beim Saisonauftakt des ADAC MX Masters in Fürstlich Drehna zeigen.

Weitere Infos gibt es unter www.msc-fuerstlich-drehna.de sowie www.adac-motorsport.de.

Text&Foto: Thorsten Horn

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.