SAM SUNDERLAND GEWINNT ETAPPE 11 DER DAKAR 2021

Trotz der Verkürzung von ursprünglich 511 auf 464 Kilometer erwies sich die Wertungsprüfung der 11. Etappe als große Herausforderung für alle Teilnehmer. Die vorletzte Etappe der Dakar mit fast 100 Kilometern Dünen sowie schnellen Strecken durch knifflige Canyons brachte die bereits erschöpften Fahrer an ihre Grenzen. Sam Sunderland, der als Dritter der Gesamtwertung und mit einer vorteilhaften Startposition als Achter in die heutige Etappe ging, hatte 15 Minuten Rückstand auf den Führenden der Rallye und wollte ihn unbedingt einholen. Da er wusste, dass die lange Prüfung eine große Chance bot, seine Position in der Gesamtwertung zu verbessern, nutzte Sunderland seine Schnelligkeit und Erfahrung, um zu seinen Rivalen aufzuschließen. Am vierten Kontrollpunkt bei Kilometer 215 übernahm der Brite die Führung der Etappe und blieb von dort bis ins Ziel auf Zeit vorne. Obwohl ihn ein kleiner Navigationsfehler auf den letzten Kilometern einige Minuten kostete, holte sich Sam den Etappensieg und schob sich in der vorläufigen Gesamtwertung auf den zweiten Platz vor.

Sam Sunderland: “Ich habe heute alles gegeben – ich wusste, dass diese Etappe eine der besten Chancen sein würde, um Zeit auf die Jungs vor mir aufzuholen. Es ist toll, die Etappe zu gewinnen, aber das bedeutet, dass ich morgen den letzten Tag eröffnen muss, was hart sein wird. Doch wie wir wissen, kann alles passieren, und ich werde bis zum Ende kämpfen. Es war wieder eine sehr lange, harte Etappe, aber ich bin dankbar, dass ich einfach mit meinem Motorrad durch die Wüste fahren konnte, vor allem bei allem, was im Moment in der Welt passiert. Ich bin auch meinem Team dankbar für all die harte Arbeit, die sie investiert haben, um uns hierher zu bringen. Der Plan ist jetzt, morgen wieder mein Bestes zu geben und dann werden wir sehen, wo wir stehen.”

Matthias Walkner fuhr auf der anspruchsvollen Etappe auf den fünften Platz und kletterte damit auf Platz 12 der Gesamtwertung. Mit einem Rückstand von über zwei Stunden auf der zweiten Etappe geht Walkner knapp außerhalb der Top 10 in den letzten Renntag und hofft nun, auf der morgigen Etappe 12 noch mehr Zeit aufzuholen.

Matthias Walkner: “Es war wieder ein sehr langer Tag, aber ich bin super glücklich, dass ich jetzt für die letzte Etappe bereit bin. Ich war recht zufrieden mit meinem Fahrstil, aber mit Sam und Daniel hinter mir war ich etwas nervös, weil sie beide um die Spitzenplätze kämpfen und ich nicht zu viel Staub machen wollte. Ich habe mich ein bisschen verfahren und sie vorbeigelassen, und von da an fuhren wir zusammen und kamen mit einem recht guten Tempo ins Ziel. Insgesamt hat der Tag viel Spaß gemacht und ich bin glücklich, hier im Ziel zu sein.”

Ein weiterer starker Renntag in den Dünen sah KTM Factory Racing’s Daniel Sanders, der die vierte Etappe der Dakar 2021 innerhalb der Top 5 beendete. Und nicht nur das, der Rallye-Rookie hatte im Ziel nur achteinhalb Minuten Rückstand auf den fliegenden Sunderland. Damit rückt er in der vorläufigen Gesamtwertung auf einen sehr guten vierten Platz vor. Bei noch einer verbleibenden Etappe freut sich der junge Australier auf die kurze Etappe 12 am Freitag und hofft, dass er seine erste Rallye Dakar erfolgreich abschließen kann.

Daniel Sanders: “Ich habe heute Morgen mit meiner Navigation wirklich gut angefangen und konnte bis zum ersten Tankstopp bei etwa Kilometer 150 viel Zeit gutmachen. Danach war ich ein wenig im Staub der Jungs vor mir und musste mich nur noch auf mein Roadbook konzentrieren. Sam hat uns eingeholt, also habe ich ihn durch die Dünen führen lassen, und dann, als wir in den letzten Teil der Etappe kamen, gab es eine wirklich knifflige Navigation. Ich glaube, das war bisher meine Lieblingsetappe bei diesem Event. Wir sind zwischen den Canyons und dann in die Dünen gefahren und haben einige wirklich coole Sachen gemacht. Es war ein schwieriges Rennen, aber ich fühle mich gut, und ich freue mich darauf, morgen meine erste Dakar zu beenden.

Die Rallye Dakar 2021 endet am Freitag mit der Etappe 12. Die Teilnehmer werden wieder einen langen Tag im Sattel verbringen und insgesamt 452 km von Yanbu bis zum Ziel in Jeddah zurücklegen. Eine relativ kurze Wertungsprüfung von 225 Kilometern gibt den Fahrern die Chance, einen letzten Versuch zu unternehmen und ihre Ergebnisse zu verbessern, um die Zielflagge zu sehen. Die Etappe könnte jedoch noch einige Überraschungen bereithalten, da knifflige Dünen in Kombination mit technischer Navigation die Fahrer ein letztes Mal bei der diesjährigen Veranstaltung auf die Probe stellen.

Foto: Rally Zone

Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.