Schnelle Bayern: Die ADAC GT Masters-Champions Michael Ammermüller und Christian Engelhart im Porträt

Michael Ammermüller (34/Rotthalmünster) und Christian Engelhart (33/Starnberg) haben
es geschafft: Mit Platz vier im Sonntagsrennen holten die Porsche-Piloten ihren ersten Titel im ADAC
GT Masters. Bemerkenswert: Ihnen gelang der Erfolg in der Premierensaison ihres Rennstalls SSR
Performance in der „Liga der Supersportwagen“. „Von diesem Moment habe ich in meiner
inzwischen langen ADAC GT Masters-Karriere immer geträumt“, freute sich Engelhart. „Ich habe
darauf hingearbeitet, heute ist es endlich so weit.“ Auch Michael Ammermüller zog natürlich eine
positive Bilanz: „Mit Christian habe ich einen klasse Teampartner an meiner Seite, wir haben über die
ganze Saison hinweg wenige Fehler gemacht und können wirklich stolz auf uns sein!“

Bei der Meisterehrung nach dem Finalrennen gab es für die Porsche-Piloten eine besondere
Auszeichnung: Sie wurden in den ADAC GT Masters Club of Champions aufgenommen, den ADAC GT
Masters-Partner herrenausstatter.de gemeinsam mit dem ADAC präsentiert. Das Erfolgsduo erhielt
zudem maßgefertigte blaue Sakkos mit aufgestickten Clubabzeichen und goldenem Innenfutter.
Diese werden exklusiv für die Mitglieder des ADAC GT Masters Club of Champions angefertigt.
Als Ammermüller und Engelhart vor dieser Saison zu SSR Performance wechselten, war es eine Reise
ins Unbekannte, hatte doch der Rennstall aus München bis auf einen ADAC GT Masters-Gaststart
2019 in Hockenheim noch nie ein Rennen bestritten. „Im vergangenen Winter hatte ich mir natürlich
die Frage gestellt, was ich machen soll“, so Engelhart. „Wir haben Gespräche geführt und ich habe
das Projekt und die Menschen dahinter kennengelernt. Das hat mich sehr überzeugt. Zudem war
Porsche für mich schon immer eine Marke mit einer hohen Anziehungskraft. Die Entscheidung für
den ‚neuen‘ Weg war, wie wir jetzt wissen, goldrichtig.“

Dass der langjährige Lamborghini-Werkspilot und Partner Ammermüller mit ihrem Wechsel zu SSR
Performance richtig lagen, zeigte sich schon beim Saisonauftakt auf dem Lausitzring. Gleich im ersten
Rennen gelang ihnen der erste Podestplatz. Beim folgenden Wochenende auf dem Nürburgring
folgten die erste Pole-Position und der erste Sieg, beim dritten Event in Hockenheim Triumph
Nummer zwei und erstmals – für ein Rennen – die Tabellenführung. Mit konstanten Platzierungen in
den folgenden Läufen hielten sich die beiden Bayern in der Spitzengruppe der Meisterschaft, ehe sie
beim Saisonfinale groß auftrumpften: Mit sieben Punkten Rückstand angereist, übernahmen sie nach
Pole-Position und Sieg am Samstag wieder die Tabellenführung, die sie mit Platz vier im Finalrennen
erfolgreich verteidigten und sich ihren ersten Titel im ADAC GT Masters sicherten. Und dies sportlich
verdient: Ihre drei Saisonsiege sind Bestwert, kein anderes Team hat 2020 in der „Liga der
Supersportwagen“ mehr als einmal gewonnen. Einen Nuller leisteten sie sich dagegen nur einmal.
Für beide Fahrer hat es bis zum Titelgewinn im ADAC GT Masters einige Jahre gedauert. Der
ehemalige Formel-1-Testfahrer Ammermüller debütierte bereits 2010 in der „Liga der Supersportwagen“.

Danach folgten 2011 und 2017 nur zwei weitere komplette Saisons, in denen er
jedoch mit jeweils einem Sieg sein Können unter Beweis stellte. Der Pilot aus Rotthalmünster in
Niederbayern machte sich stattdessen vor allem in Porsche-Markenpokalen einen Namen. Er wurde
zweimal Zweiter im Porsche Carrera Cup Deutschland und gewann von 2017 bis 2019 drei Titel im
internationalen Porsche Supercup. „In den Porsche-Serien saß ich immer alleine im Auto und war
sozusagen selbst für mein Glück verantwortlich“, so Ammermüller. „Mit Christian im Team
funktioniert es nun richtig, wir sind ein eingespieltes Duo, harmonieren gut – ich könnte mir keinen
passenderen Teamkollegen vorstellen.“ Vor seiner Zeit im GT-Sport stand Ammermüller sogar kurz
vor der Formel 1, doch der Bruch eines Kahnbeins verhinderte den Aufstieg in die Königsklasse. Statt
ihm wurde 2007 ein gewisser Sebastian Vettel vom Team Toro Rosso unter Vertrag genommen.
Christian Engelhart kam über Kartrennen, die Formel ADAC BMW und Tourenwagen-Rennen in
Österreich zum GT-Sport. Auch er startete erfolgreich im Porsche Carrera Cup. 2011 feierte er auf
dem Red Bull Ring ein siegreiches Debüt im ADAC GT Masters, 2012 holte er die meisten Saisonsiege
und wurde Gesamtdritter. Im vergangenen Jahr verpasste er als Gesamtzweiter den Titel nur knapp.
Mit insgesamt 15 Rennsiegen ist der Starnberger der zweiterfolgreichste Fahrer in der Geschichte der
„Liga der Supersportwagen“. Nur ein Titel fehlte noch – bis jetzt.

„Michael und Christian ergänzen sich sehr gut“, so Stefan Schlund. „Es fängt schon damit an, dass sie
gleich groß und schwer sind und somit von der ganzen Struktur ähnlich sind, was vieles für das Team
einfacher macht.“ SSR-Teamchef Wolfgang Hatz ergänzt: „Eine der großen Stärken von Christian ist,
dass er sehr analytisch ist. Er arbeitet sehr viel mit Daten und versucht herauszufinden, was war gut,
was nicht, und was könnte man besser machen. Michael auf der anderen Seite ist der intuitivere
Fahrer. Er ist auch sehr nervenstark. Beide arbeiten sehr gut zusammen. Sie wissen, dass man im
ADAC GT Masters nur miteinander Erfolge sammelt. Jeder nimmt das Beste vom anderen, um das
optimale Ergebnis zu holen. Sie bilden ein starkes Team.“

Foto: Gruppe C Photography

Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.