FIM Enduro Vintage Trophy: Nebel, Nieselregen und neue Prüfungen am dritten Fahrtag

Der dritte Fahrtag der FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau brachte nicht nur neue Wertungsprüfungen, sondern auch völlig veränderte Bedingungen. Nachdem der Donnerstag noch bei beinahe sommerlichen Temperaturen absolviert worden war, zeigte sich das Erzgebirge am Freitag von seiner deutlich raueren Seite.

Heute neu die Prüfung in Willischthal

Neu im Programm waren die Prüfungen in Willischthal und Venusberg. In Venusberg fällt am morgigen Samstag mit dem Abschlusscross auch die endgültige Entscheidung der diesjährigen Vintage Trophy. Als dritte Wertungsprüfung stand erneut der inzwischen bestens bekannte Skihang in Zschopau auf dem Programm.

Ganz verschwunden waren die bisherigen Schauplätze allerdings nicht. Die lange Etappe führte die Fahrer auch weiterhin durch die Bereiche in Weißbach und Witzschdorf. Die dortigen Prüfungen wurden am Freitag jedoch nicht mehr auf Zeit gefahren, sondern waren Bestandteil der Verbindungsetappen.

Eine zusätzliche Herausforderung stellte das Wetter dar. Vor allem in den höher gelegenen Abschnitten rund um Börnichen sorgte dichter Nebel zeitweise für deutlich eingeschränkte Sicht. Dazu kam immer wieder Nieselregen, der die ohnehin anspruchsvollen Strecken zunehmend rutschig machte. Damit mussten sich die Fahrer nach den trockenen und staubigen Bedingungen des Vortages innerhalb kürzester Zeit auf ein völlig anderes Terrain einstellen.

Als Führende der Trophy-Teamwertung gingen die US-Amerikaner in diesen dritten Fahrtag. Eine weitere Änderung gab es bei der Startreihenfolge: Gestartet wurde nun nach den Einzelergebnissen der ersten beiden Fahrtage. Dadurch lagen die Fahrer mit ähnlichem Leistungsniveau enger beieinander, und Behinderungen durch deutlich langsamere Teilnehmer konnten weitgehend reduziert werden.

Damit war bereits vor den ersten Entscheidungen klar: Der Freitag würde noch einmal ein ganz anderer Fahrtag werden als der Donnerstag – mit schwierigeren Bedingungen, neuen Prüfungen und einem zunehmend enger werdenden Blick auf das große Finale am Samstag in Venusberg.

USA verteidigt Führung – Deutschland verbessert sich auf Rang vier

In der offiziellen Trophy-Teamwertung behauptete das Team aus den USA auch nach dem dritten Fahrtag die Spitzenposition. Fred Hoess und Billy Burns blieben bislang ohne Strafzeit, während Terry Cunningham insgesamt 1:49,768 Minuten beisteuert. Damit führen die Amerikaner mit einer Gesamtzeit von 1:49,768 Minuten.

Dahinter bleiben die Österreicher mit Bernhard Walzer sowie Johann und Christian Kaiser die ersten Verfolger. Mit 3:02,259 Minuten beträgt ihr Rückstand auf die USA vor dem entscheidenden Samstag rund 1:12 Minuten. Italien folgt mit 4:31,274 Minuten auf Rang drei. 

Das deutsche Titelverteidiger-Team konnte sich am Freitag wieder nach vorn arbeiten. Johannes Steinel, Uwe Weber und Bert von Zitzewitz liegen nun mit 5:19,401 Minuten auf Rang vier. Besonders Steinel und Weber kamen bislang mit nur sehr geringen Strafzeiten durch die Veranstaltung, während von Zitzewitz den größten Teil des Rückstands trägt.

Johannes Steinel

Dahinter folgt Tschechien auf Rang fünf vor Portugal und Spanien. 

Damit führt die USA die Trophy-Wertung vor dem abschließenden Samstag weiterhin an, während Österreich mit noch überschaubarem Abstand in Schlagdistanz bleibt.

Italien behauptet Spitze bei den Silver-Vase-Teams

Auch in der Silver-Vase-Wertung mit insgesamt 47 Teams bleibt Italien nach dem dritten Fahrtag an der Spitze. Die Vintage Silver Vase Italia mit Stefano Bosco, Federico Fregnan und Giuseppe Gallino führt die offizielle Wertung mit 57,605 Sekunden an. Dahinter folgt Silver Vase 17 Kramer Werkxx auf Rang zwei vor dem MC Simson Suhl auf Platz drei. 

Auf Rang vier liegt der MC Scuderia Norelli, während sich Silver Vase Germany 1 mit Ole Fleischer, Jürgen Althaus und Peter Zink auf Platz fünf verbessert hat. Dahinter folgt der MC Ohrdruf auf Rang sechs. Silver Vase 4 EMC Witzschdorf wird nach dem dritten Fahrtag auf Platz acht geführt. 

Damit bleibt auch in dieser stark besetzten Mannschaftswertung vor dem Abschlusscross in Venusberg noch einiges offen. Insgesamt werden weiterhin 47 Silver-Vase-Teams in der offiziellen Wertung geführt. 
Tagliamento 1 weiter vorn – deutsche Teams auf den Plätzen zwei und drei

In der Club-Teamwertung mit insgesamt 64 Mannschaften führt nach dem dritten Fahrtag weiterhin Tagliamento 1. Das italienische Team mit Mauro Sant, Stefano Molinaro und Valerio Battaino liegt mit einer Gesamtzeit von 4:51,627 Minuten an der Spitze. 

Direkt dahinter folgen zwei deutsche Mannschaften: Club Team Germany 12 mit Marcel Triebel, Paul Maria Listl und Mike von Ahlen liegt auf Rang zwei, während sich Club Team Germany 2 mit Davide von Zitzewitz, Jörg Wildhagen und Richard Minderlein auf Platz drei verbessert hat. Dahinter folgen U.S. Leonessa D’Italia 1903 auf Rang vier und der MSC Mauer auf Platz fünf. 

Auch weiter hinten ist die Clubwertung stark deutsch geprägt. Der MSV MZ-Stadt Zschopau wird auf Rang neun geführt, gefolgt vom KBS Team Praha Club und DMV/AMC Rodheim-Bieber 1. 

Mit 64 gewerteten Teams bleibt die Clubwertung auch nach dem dritten Fahrtag die umfangreichste Mannschaftskategorie der FIM Enduro Vintage Trophy. 

Hoess erneut schnellster Fahrer – zahlreiche Ausfälle bei schwierigen Bedingungen

Auch in der Einzelwertung hinterließ der Wetterumschwung deutliche Spuren. Durch Nieselregen, rutschige Strecken und eingeschränkte Sicht schafften zahlreiche Fahrer die geforderten zwei Runden nicht und wurden entsprechend als DNC gewertet. Zu den prominenten Ausfällen zählte auch Publikumsliebling Harald Sturm, der den zweiten Umlauf nicht vollständig beenden konnte.

An der Spitze setzte sich erneut Fred Hoess aus den USA durch. Der Amerikaner kam im Category Ranking der Trophy-Fahrer auf 28:48,421 Minuten und war damit auch am dritten Fahrtag der Schnellste. Dahinter folgte Tullio Pellegrinelli mit 29:11,299 Minuten, nur 0,256 Sekunden vor dem stark fahrenden Uwe Weber. Johannes Steinel lag mit 29:17,251 Minuten ebenfalls unmittelbar dahinter. 

Bei den Silver-Vase-Fahrern setzte Giuseppe Gallino mit 28:59,637 Minuten die Bestzeit seiner Kategorie. 

Der dritte Fahrtag zeigte damit besonders deutlich, wie schnell sich die Anforderungen bei der Vintage Trophy verändern können. Nach dem warmen und teilweise staubigen Donnerstag wurde der Freitag für viele Fahrer und Maschinen zu einer echten Bewährungsprobe.

Am Samstag folgt noch das Abschlussmotocross.

Fotos: DG Design/Denis Günther

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.