FIM Enduro Vintage Trophy: Lange Etappen, volle Prüfungen und fast sommerliche Bedingungen

Am zweiten Fahrtag der FIM Enduro Vintage Trophy in Zschopau wurde es für die rund 430 Teilnehmer erstmals richtig lang. Zwei komplette Runden standen auf dem Programm, jeweils mit den drei Prüfungen in Amtsberg, Witzschdorf und am Skihang in Zschopau. Damit waren die Fahrer am Donnerstag mehr als sechs Stunden unterwegs und mussten sowohl auf den Etappen als auch in den Wertungsprüfungen Kondition und Konzentration unter Beweis stellen.

Begleitet wurde der Fahrtag erneut von zahlreichen Zuschauern entlang der Strecke und an den Prüfungen. Bei bestem Herbstwetter herrschten dabei Bedingungen, die für das Erzgebirge schon beinahe sommerlich waren. Temperaturen von bis zu 26 Grad sorgten für einen ungewöhnlich warmen Oktobertag und ließen die Strecken im Laufe des Tages zunehmend abtrocknen. An einigen Stellen wurde es dadurch bereits deutlich staubiger.

Für den Freitag könnte sich das Bild allerdings wieder etwas verändern. Leichte Regenfälle sind möglich und könnten damit nicht nur für kühlere Temperaturen, sondern auch für veränderte Bodenverhältnisse sorgen. Nach dem trockenen und schnellen Donnerstag dürfte damit am dritten Fahrtag erneut eine andere Herausforderung auf die Teilnehmer warten.

Hoess setzt am zweiten Fahrtag die Bestmarke

Sportlich setzte am Donnerstag Fred Hoess aus den USA das Ausrufezeichen. Der Amerikaner war im Category Ranking der Trophy-Fahrer mit einer gewerteten Gesamtzeit von 29:27,988 Minuten der schnellste Fahrer des Tages. Dahinter folgten Tullio Pellegrinelli aus Italien mit 30:16,802 Minuten und Lubomir Vojkuvka mit 30:25,361 Minuten.

Auch das deutsche Trophy-Team mischte weit vorn mit. Uwe Weber kam auf 30:40,693 Minuten und lag damit in dieser Tageswertung auf dem fünften Rang. Johannes Steinel folgte mit 30:53,893 Minuten ebenfalls im vorderen Bereich. Für Bert von Zitzewitz verlief der Tag dagegen schwieriger; mit 34:21,126 Minuten fiel er in der Tageswertung weiter zurück.

Uwe Weber

Bemerkenswert war auch die Leistung von Giuseppe Gallino, der im Silver-Vase-Feld mit 29:47,049 Minuten die schnellste Zeit seiner Kategorie erzielte. Bei den Club-Fahrern lag Marcel Triebel mit 31:01,838 Minuten an der Spitze, während bei den Einzelstartern Francesc Puey mit 32:42,835 Minuten vorne lag.

Damit war Fred Hoess nicht nur innerhalb des Trophy-Feldes, sondern auch beim Vergleich der Spitzenzeiten der einzelnen Kategorien der schnellste Fahrer dieses zweiten Fahrtages.

USA führt die Trophy-Teamwertung an

In der Trophy-Teamwertung hat sich nach dem zweiten Fahrtag die USA an der Spitze behauptet. Direkt dahinter folgt ein stark auftretendes Trophy Team aus Österreich auf Rang zwei. Italien liegt auf dem dritten Platz, gefolgt von Frankreich und Tschechien. Das deutsche Titelverteidiger-Team mit Johannes Steinel, Uwe Weber und Bert von Zitzewitz wird nach dem Donnerstag auf Rang sechs geführt. Dahinter folgen Spanien und Portugal.

Damit bleibt vor allem der Kampf zwischen den führenden Teams für den nächsten langen Fahrtag spannend.

Italien führt bei insgesamt 47 Silver-Vase-Teams

Deutlich größer ist das Feld in der Silver-Vase-Wertung: Insgesamt sind 47 Teams klassiert. An der Spitze liegt nach dem zweiten Fahrtag die Vintage Silver Vase Italia mit Stefano Bosco, Federico Fregnan und Giuseppe Gallino. Dahinter folgt Silver Vase 17 Kramer Werkxx auf Rang zwei, während sich der MC Simson Suhl auf dem dritten Platz behauptet.

Auf Rang vier folgt MC Scuderia Norelli, vor Silver Vase 4 EMC Witzschdorf auf Platz fünf. Silver Vase Germany 1 liegt derzeit auf Rang sechs, gefolgt von France Enduro Vintage und dem MC Ohrdruf.

Mit insgesamt 47 gewerteten Mannschaften zeigt sich gerade in der Silver-Vase-Wertung die enorme internationale Breite der FIM Enduro Vintage Trophy.

64 Mannschaften in der Club-Wertung

Zum Abschluss lohnt sich auch der Blick auf die umfangreiche Club-Teamwertung, in der insgesamt 64 Mannschaften geführt werden. An der Spitze liegt nach dem zweiten Fahrtag Tagliamento 1 vor Club Team Germany 12 und dem MSC Mauer. Dahinter folgen U.S. Leonessa D’Italia 1903 auf Rang vier sowie Club Team Germany 2 und Club Team Germany 5 auf den Plätzen fünf und sechs.

Gerade die Club-Wertung zeigt damit noch einmal die enorme Breite des internationalen Starterfeldes. Neben zahlreichen deutschen Teams sind Mannschaften aus vielen weiteren Nationen vertreten – und auch hier dürfte sich am dritten Fahrtag noch einiges verschieben. Insgesamt reicht die Wertung aktuell bis Rang 64.

Am Freitag wartet auf die Teilnehmer der zweite lange Fahrtag. Dann stehen erneut zwei Runden auf dem Programm, diesmal mit den Prüfungen in Venusberg, Willischthal und erneut am Skihang in Zschopau. Der erste Fahrer startet bereits um 8:00 Uhr auf dem Marktplatz in Zschopau.

Nach dem trockenen und warmen Donnerstag könnten die Bedingungen dabei erneut eine Rolle spielen. Vor allem mit Blick auf die angekündigten leichten Regenfälle dürfte der dritte Fahrtag noch einmal eine andere Herausforderung für Fahrer und Motorräder werden.

Fotos: DG Design / Denis Günther

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.