Mit dem großen Finale im thüringischen Großlöbichau endete am ersten Augustwochenende die Saison der Mini-Enduro-Europameisterschaft. Für Emil Doras ging es dabei nicht nur um einen weiteren Podestplatz – als Gesamtzweiter der Meisterschaft reiste der Nachwuchsfahrer mit berechtigten Titelhoffnungen zum Heimrennen nach Deutschland.
Um optimal vorbereitet zu sein, reiste das Team bereits am Donnerstag an. Gemeinsam mit seinen Mannschaftskollegen wurden sämtliche Sonderprüfungen intensiv besichtigt. Ein anspruchsvoller Endurotest, ein Crosstest auf einem abgeernteten Acker sowie ein spektakulärer Extremtest mit zahlreichen Hindernissen verlangten den jungen Fahrern alles ab.
Am Freitag folgte die gemeinsame Streckenbesichtigung mit dem Förderkader des ADAC Hessen-Thüringen und Trainer Tim Apolle. Dessen langjährige Erfahrung erwies sich einmal mehr als wertvolle Hilfe. Nach Papier- und Technischer Abnahme bildete die feierliche Eröffnungszeremonie den stimmungsvollen Auftakt des Europameisterschaftsfinales.

Traumstart am ersten Renntag
Am Samstag erwischte Emil Doras einen perfekten Start in das Finale. Bereits die erste Sonderprüfung entschied er mit der Klassenbestzeit für sich. Auch in den folgenden Tests präsentierte sich der Förderfahrer des ADAC Hessen-Thüringen in Topform und baute seine Führung kontinuierlich aus. Der Europameistertitel schien zum Greifen nah.
Doch im Motorsport liegen Erfolg und Rückschlag oft dicht beieinander. Im Endurotest stürzte Doras schwer und verletzte sich dabei am linken Knie. Von diesem Moment an war an einen Angriff auf den Tagessieg nicht mehr zu denken.
„Natürlich war die Enttäuschung riesig. Zu wissen, dass der Speed für ganz vorne da gewesen wäre, macht so einen Sturz besonders bitter. Trotzdem war ich stolz, trotz der Schmerzen nicht aufgegeben zu haben.“
Trotz erheblicher Schmerzen kämpfte sich Doras bis ins Ziel und sicherte sich mit großem Willen noch den dritten Platz des Tages.
Verletzt erneut aufs Podium
Am Sonntagmorgen zeigte sich das ganze Ausmaß der Verletzung. Das Knie war stark angeschwollen und selbst das Gehen bereitete große Schwierigkeiten. Dennoch entschied sich der junge Deutsche, das Rennen aufzunehmen.
Mit Bandagen, Kühlung und viel Kampfgeist stellte er sich erneut den anspruchsvollen Sonderprüfungen. Auch wenn der Europameistertitel nach der Verletzung außer Reichweite geraten war, ließ Doras nicht nach und erreichte zum zweiten Mal an diesem Wochenende den dritten Tagesrang.
Platz drei in der Europameisterschaft
Mit zwei dritten Plätzen beim Saisonfinale sicherte sich Emil Doras den dritten Gesamtrang in der Mini-Enduro-Europameisterschaft 2026. Ein Ergebnis, auf das der Nachwuchsfahrer trotz der unglücklichen Umstände mit Stolz zurückblicken kann.
„Natürlich tut es weh zu wissen, dass der Titel so nah war. Aber wenn ich auf die gesamte Saison zurückblicke, überwiegt der Stolz.“
„Fast jedes Rennwochenende mussten wir mit Rückschlägen kämpfen – Stürze, Verletzungen oder andere Probleme. Trotzdem haben wir niemals aufgegeben und bis zum letzten Rennen um den Europameistertitel gekämpft.“
Besonders stolz blickt Doras auf seine sportliche Entwicklung in dieser Saison.
„Dieses Jahr hat mir gezeigt, dass ich das Tempo habe, um ganz vorne mitzufahren. Wenn alles passt, kann ich mit den Besten Europas kämpfen. Dieses Wissen nimmt mir niemand mehr.“
Neben dem Erfolg in der Einzelwertung durfte sich Doras auch mit der deutschen U17-Nationalmannschaft freuen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen erreichte das DMSB-Team ebenfalls den dritten Platz in der Jahreswertung.
Zum Abschluss richtete der Nachwuchsfahrer seinen Dank an alle Unterstützer:
„Ein riesiges Dankeschön an meine Familie, mein Team, meine Sponsoren, den ADAC Hessen-Thüringen, Yamaha Deutschland, unseren Trainer Tim Apolle, meinen Heimatverein MC Isolator und alle, die mich die gesamte Saison unterstützt haben. Die EM-Saison ist vorbei – aber der Traum lebt weiter. Wir kommen stärker zurück.“
Fotos: DG Design / Denis Günther








