Nach der längeren Sommerpause seit dem Doppelveranstaltungswochenende in Meltewitz im Mai wurde an diesem Wochenende die Deutsche Enduro-Meisterschaft in Großlöbichau fortgesetzt. Wie bereits vor zwei Jahren übernahm der MSTC Gembdental die Ausrichtung eines Sprintenduros, setzte die Messlatte diesmal jedoch noch einmal deutlich höher.
Erstmals erwarteten die Fahrer gleich drei unterschiedliche Sonderprüfungen, die den Renntag besonders abwechslungsreich und anspruchsvoll gestalteten. Zusätzlich sorgte die gleichzeitig ausgetragene Mini Enduro Europameisterschaft für ein umfangreiches Motorsportprogramm.
Auch das Wetter entwickelte sich anders als zunächst erwartet. Nachdem im Vorfeld erneut hochsommerliche Temperaturen vorhergesagt worden waren, präsentierte sich Großlöbichau am Morgen zunächst mit Nebel. Im Anschluss an den Lauf der Mini Enduro Europameisterschaft setzte während der Mittagspause zudem kräftiger Regen ein. Dadurch blieben die gefürchteten Staubwolken zumindest am ersten Veranstaltungstag aus.
Mit den drei abwechslungsreichen Sonderprüfungen und den wechselnden Witterungsbedingungen warteten auf die Fahrer dennoch anspruchsvolle Bedingungen, die bereits zum Auftakt der Veranstaltung für einen spannenden Wertungstag sorgten.
Sydow erneut souverän – Henry Strauss überrascht bei seinem DM-Debüt
Sportlich blieb an der Spitze der Deutschen Enduro-Meisterschaft alles beim Alten. Jeremy Sydow unterstrich einmal mehr seine derzeitige Dominanz und fuhr mit konstant schnellen Zeiten zu einem ungefährdeten Tagessieg.

Spannender verlief dagegen der Kampf um die weiteren Podestplätze. Luca Fischeder bekam es mit dem erst 17-jährigen Henry Strauss zu tun, der erstmals bei einem Lauf zur Deutschen Enduro-Meisterschaft an den Start ging. Möglich wurde dies, weil das Sprintenduro ohne Straßenetappen ausgetragen wird und Strauss somit bereits mit seiner 300-Kubikzentimeter-Maschine teilnehmen durfte.

Da der Fahrer der AUNER HardEnduroSeries Germany bislang noch keinen DM-Lauf bestritten hatte, musste er das Rennen vom Ende des Starterfeldes aufnehmen. Dadurch verlor er in den Sonderprüfungen immer wieder wertvolle Zeit beim Überholen langsamerer Fahrer. Dennoch sorgte Strauss bereits nach der ersten Runde für ein Ausrufezeichen: Nach allen drei Sonderprüfungen lag er bereits auf dem dritten Gesamtrang und gewann sogar den Extremtest.
Vor allem auf dem technisch anspruchsvollen Extremtest spielte der Hardenduro-Spezialist seine Stärken aus. Auf der längeren Feldprüfung musste er dagegen etwas Zeit auf Luca Fischeder einbüßen. Besonders in den Waldprüfungen war Strauss jedoch über weite Strecken sogar schneller als der Sherco-Pilot und unterstrich damit eindrucksvoll sein Potenzial.
Am Ende reichte es für Henry Strauss bei seinem ersten DM-Einsatz mit gerade einmal 17 Jahren auf Anhieb zum dritten Platz in der Championatswertung. Gleichzeitig gewann er die Juniorenklasse souverän vor Luca Reinhold und durfte erstmals auf das Podium der Deutschen Enduro-Meisterschaft steigen.
Ebenfalls überzeugen konnte Andreas Beier. Der ehemalige Deutsche Meister zeigte seine bislang stärkste Leistung seit vielen Jahren, belegte Rang fünf im Championat und wurde Zweiter in der Klasse E2 hinter Matyas Chlum.

Den Sieg in der Klasse E3 sicherte sich Luca Fischeder.
Bereits am morgigen Sonntag steht der zweite Veranstaltungstag auf dem Programm. Ab 13 Uhr kämpfen die Fahrer erneut auf den drei Sonderprüfungen um wichtige Meisterschaftspunkte.
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Fotos: DG Design / Denis Günther & Carmen Strauss


































