Sanders holt Tagesbestzeit – Deutsche Fahrer mit starken Leistungen vor dem RedBull Erzbergrodeo

Nach dem verregneten Auftakt präsentierte sich der Erzberg am zweiten Prologtag von seiner freundlicheren Seite. Bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen fanden die Fahrer deutlich bessere Bedingungen vor. Durch die starken Niederschläge des Vortages blieb die Strecke dennoch weitgehend staubfrei und bot damit optimale Voraussetzungen für schnelle Zeiten. Zusätzlich hatte die Organisation zahlreiche Passagen der Prologstrecke nochmals überarbeitet und geschoben. Dadurch verbesserte sich der Zustand der Pisten spürbar, was selbst an der Spitze des Klassements nochmals schnellere Rundenzeiten ermöglichte.

Die Tagesbestzeit sicherte sich diesmal der Australier Daniel Sanders. Der KTM-Werksfahrer steigerte sich gegenüber dem Vortag nochmals und benötigte für seinen schnellsten Lauf lediglich 10 Minuten und 32,957 Sekunden. Mit einer nahezu perfekten Fahrt setzte sich der Dakar-Spezialist an die Spitze des Tagesklassements und unterstrich eindrucksvoll seine Ambitionen für das weitere Wochenende.

Nur hauchdünn dahinter folgte der Vortagessieger Andrea Verona. Der Italiener verlor auf Sanders lediglich 0,912 Sekunden und kam nach 10 Minuten und 33,869 Sekunden ins Ziel. Damit bestätigte der Red Bull KTM Factory Racing Pilot seine starke Form und gehörte erneut zu den dominierenden Fahrern des Prologs.

Für eine Überraschung auf Rang drei sorgte der US-Amerikaner Carson Brown. Mit einer Zeit von 10 Minuten und 35,086 Sekunden gelang ihm seine bisher stärkste Vorstellung am diesjährigen Erzbergrodeo. Brown hielt zahlreiche Werksfahrer hinter sich und bewies, dass mit ihm auch für die kommenden Herausforderungen zu rechnen sein wird.

Titelverteidiger Manuel Lettenbichler belegte mit 10 Minuten und 37,318 Sekunden Rang vier. Der deutsche KTM-Werksfahrer hielt sich damit erneut in unmittelbarer Schlagdistanz zur Spitze und zählt damit weiterhin zu den Topfavoriten für das Hauptrennen am Sonntag. Komplettiert wurden die Top Ten von Michael Kratzer, David Herbreteau, Marc Sans, Edgar Canet, Chris Gundermann und Jonny Walker.

Für Aufsehen sorgte auch Graham Jarvis. Nachdem der mehrfache Erzbergrodeo-Sieger am ersten Prologtag noch von technischen Problemen an seiner selbst entwickelten Elektro-Enduro Jarv-E eingebremst worden war, gelang ihm am Samstag eine deutliche Steigerung. Der Brite arbeitete sich mit einer starken Fahrt bis in die zweite Startreihe nach vorne und bewies damit, dass mit ihm trotz der Schwierigkeiten vom Freitag weiterhin zu rechnen ist.

Aus deutscher Sicht sorgte insbesondere Max Eppelmann für eine der Überraschungen des Tages. Nachdem ihn am Freitag noch Probleme am Hinterrad zurückgeworfen hatten, gelang dem Nachwuchsfahrer eine beeindruckende Aufholjagd. Mit der hohen Startnummer 438 fuhr er sich sogar noch in die erste Startreihe für das Hauptrennen und ließ dabei zahlreiche etablierte Fahrer hinter sich.

Ebenfalls stark präsentierten sich weitere deutsche Piloten. Chris Gundermann bestätigte seine starke Form und wird als zweitbester Deutscher aus den ersten Reihen ins Rennen gehen. Lenny Geretzky sicherte sich Startplatz acht und damit ebenfalls eine hervorragende Ausgangsposition. Nachwuchshoffnung Matthias Millich qualifizierte sich auf Rang 31 und darf ebenfalls auf ein erfolgreiches Hauptrennen hoffen.

Mit dem Abschluss des Iron Road Prologs steht nun die Startaufstellung für das große Finale fest. Am Sonntag ab 13:00 Uhr nehmen die besten 500 Fahrer des Prologs das legendäre Red Bull Erzbergrodeo in Angriff. Die Fans dürfen sich auf ein weiteres Kapitel der Hardenduro-Geschichte freuen. Wer das Spektakel nicht vor Ort verfolgen kann, hat die Möglichkeit, das Rennen live bei ServusTV und Red Bull TV zu verfolgen.

Foto: DG Design/Denis Günther

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.