Iron Road Prolog eröffnet das Erzbergrodeo-Wochenende – Andrea Verona schnellster

Mit dem Iron Road Prolog ist heute das 30. Red Bull Erzbergrodeo am Erzberg in Österreich gestartet. Mehr als 1.100 Fahrer aus aller Welt kämpfen an den ersten beiden Veranstaltungstagen um die schnellsten Zeiten auf den Schotterpisten des „Eisernen Berges“ und damit um eine gute Ausgangsposition für das legendäre Hauptrennen am Sonntag.

Regen und niedrige Temperaturen prägten den Auftakt des Jubiläumsevents. Die anspruchsvollen Schotterpisten des Erzbergs wurden dadurch zusätzlich erschwert und verlangten den Fahrern bereits am ersten Prologtag alles ab. Während die Spitzenfahrer um jede Sekunde kämpften, stand für viele Teilnehmer zunächst das sichere Absolvieren der Strecke und das Sammeln wichtiger Erfahrungen auf dem aufgeweichten Untergrund im Vordergrund.

Die Bestzeit des Tages sicherte sich der Italiener Andrea Verona. Der Red Bull KTM Factory Racing Pilot benötigte für den Prolog 10 Minuten und 26,143 Sekunden und setzte damit die Messlatte für die Konkurrenz. Verona zeigte auf dem rutschigen Untergrund eine nahezu fehlerfreie Fahrt und konnte sich bereits am ersten Tag in eine hervorragende Ausgangsposition bringen.

Auf Rang zwei folgte der Australier Daniel Sanders. Der Dakar-Spezialist verlor mit einer Zeit von 10 Minuten und 38,339 Sekunden lediglich etwas mehr als zwölf Sekunden auf die Bestmarke und unterstrich damit eindrucksvoll seine Vielseitigkeit. Für den KTM-Werksfahrer ist es eine starke Ausgangslage für den entscheidenden zweiten Prologtag.

Den dritten Platz belegte Titelverteidiger Manuel Lettenbichler. Der deutsche Hardenduro-Dominator kam nach 10 Minuten und 42,066 Sekunden ins Ziel und hielt sich damit trotz der schwierigen Bedingungen in Schlagdistanz zur Spitze. Der KTM-Werksfahrer zählt auch in diesem Jahr zu den großen Favoriten auf den Sieg beim Hauptrennen am Sonntag.

Hinter den Top Drei komplettierten Michael Kratzer (10:49,068 Minuten), Sebastien Tortelli auf der elektrischen Stark Varg (10:51,988 Minuten) und Carson Brown (10:56,885 Minuten) die ersten sechs Positionen. Bester weiterer Deutscher im Klassement war Chris Gundermann auf Rang sieben.

Für eine der Überraschungen des Tages sorgte Graham Jarvis. Der mehrfache Erzbergrodeo-Sieger und Publikumsliebling hatte bei seinem Prologlauf mit technischen Problemen an seiner selbst entwickelten Elektro-Enduro Jarv-E zu kämpfen. Dadurch blieb der Brite weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und konnte sich nicht einmal unter den besten 200 Fahrern des Tages klassieren. Für Jarvis und sein Team gilt es nun, die Probleme schnell zu beheben, um an den kommenden Tagen doch noch ein Ausrufezeichen setzen zu können.

Die schwierigen Streckenverhältnisse forderten am ersten Prologtag jedoch auch ihren Tribut. Der anhaltende Regen sorgte auf den Erzberg-Pisten für zahlreiche Stürze und Rutscher. Davon blieben auch einige deutsche Fahrer nicht verschont. Raven Lippold, Eric Seifert und Marcel Teucher gingen im Verlauf ihrer Läufe zu Boden und verloren dadurch wertvolle Zeit. Zwar konnten alle drei das Ziel erreichen, die Zeitverluste verhinderten jedoch eine bessere Platzierung.

Ebenfalls nicht nach Plan verlief der Auftakt für Max Eppelmann. Der junge Deutsche hatte während seines Prologlaufs mit Problemen am Hinterrad zu kämpfen und musste dadurch deutlich Tempo herausnehmen. An eine Spitzenplatzierung war unter diesen Umständen nicht zu denken. Dennoch konnten sich Eppelmann sowie Lippold, Seifert und Teucher innerhalb der besten 500 Fahrer platzieren und haben damit weiterhin gute Chancen auf eine erfolgreiche Fortsetzung des Erzbergrodeo-Wochenendes.

Am Samstag folgt der zweite und entscheidende Prologtag, bevor am Sonntag mit dem Red Bull Erzbergrodeo das eigentliche Highlight des Wochenendes auf dem Programm steht. Die heute erzielten Zeiten bilden dabei bereits eine wichtige Grundlage für die Startaufstellung des legendären Hardenduro-Klassikers. Insbesondere die deutschen Fahrer werden versuchen, ihre Platzierungen nochmals deutlich zu verbessern und sich eine möglichst gute Ausgangsposition für den weiteren Verlauf des Wochenendes zu sichern.

Fotos: DG Design/Denis Günther

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.