Mercedes-AMG triumphiert beim ADAC RAVENOL 24h Rennen Nürburgring 2026

Vor einer Rekordkulisse von 352.000 Fans ist das ADAC RAVENOL 24h Rennen auf dem Nürburgring 2026 zu Ende gegangen. Auch die diesjährige Ausgabe des Langstreckenklassikers hatte wieder zahlreiche Dramen parat. Vor allem das Wetter sorgte für zusätzliche Würze, denn bereits die gesamte Woche präsentierte sich die Eifel kalt und regnerisch.

Diese schwierigen Bedingungen zogen sich ebenfalls über die Trainingstage hinweg. Am Freitag durfte vor allem das Team ABT Sportsline jubeln, denn beide Lamborghini Huracán GT3 qualifizierten sich für die erste Startreihe. Besonders Luca Engstler verblüffte dabei die Konkurrenz mit seiner Bestzeit im neuen dreiteiligen Top-Qualifying.

Weniger glücklich verlief das Qualifying dagegen für Maro Engel, der seinen RAVENOL Mercedes-AMG GT3 vom Winward-Team bereits im zweiten Abschnitt in die Leitplanken setzte. Dies sollte sich im weiteren Rennverlauf jedoch nicht mehr als entscheidender Nachteil herausstellen.

Bei etwas besseren Wetterbedingungen startete das Rennen am Samstag um 15 Uhr in die berühmte Hatz rund um die Uhr. Die Glückssträhne des ABT-Teams endete jedoch zunächst abrupt. Der #130 Schaeffler Lamborghini leistete sich mit Marco Mapelli am Steuer einen Frühstart und kassierte eine Strafe. Auch der zweite Lamborghini mit Mirko Bortolotti geriet früh in Schwierigkeiten. Nach einer Kollision mit Daniel Juncadella musste der #84er Lamborghini noch vor der Auffahrt auf die Nordschleife zum Reifenwechsel an die Box abbiegen.

Im weiteren Rennverlauf sollte das Glück jedoch wieder zurückkehren. Zunächst bestimmten allerdings andere Hersteller das Tempo. Vor allem die Mercedes-AMG GT3 gingen als Favoriten in die Nachtstunden. Dabei entwickelte sich ein packender Zweikampf zwischen dem Verstappen-Mercedes und dem Mercedes von Maro Engel, der sich trotz seines schlechten Startplatzes bis zum Abend wieder an die Spitze gekämpft hatte.

Andere Teams erlebten dagegen bittere Rückschläge. Besonders hart traf es den beliebten „Grello“-Porsche. Ausgerechnet Kévin Estre verlor die Kontrolle über den Porsche und schlug in die Leitplanken ein. An derselben Stelle erwischte es kurze Zeit später auch den HRT-Ford Mustang GT3 mit Arjun Maini am Steuer. Auslöser war eine lange Ölspur von Wippermann bis zum Schwalbenschwanz, die in Kombination mit immer wieder einsetzendem Regen zu einer extrem unberechenbaren Situation führte.

Am Morgen führte schließlich der Verstappen-Mercedes das Feld an. Doch auch der Formel-1-Superstar sollte das Ziel nicht erreichen. Ein Defekt an der Antriebswelle sorgte am Vormittag für das Aus des bis dahin führenden Fahrzeugs.

Damit war der Weg frei für den RAVENOL Mercedes-AMG GT3, der das Rennen anschließend souverän kontrollierte und den ersten Gesamtsieg für Mercedes-AMG seit 2016 einfuhr. Schon damals gehörte Maro Engel zum Siegerteam, und auch diesmal triumphierte er gemeinsam mit Maxime Martin, Luca Stolz und Fabian Schiller.

Spannend blieb es bis zum Schluss im Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Trotz einer Zeitstrafe sicherte sich der ABT Lamborghini mit Mirko Bortolotti, Luca Engstler und Patrick Niederhauser noch Rang zwei – eine starke Aufholjagd nach den Problemen zu Rennbeginn. Platz drei ging an den Walkenhorst Aston Martin mit Christian Krognes, Mattia Drudi, Nicki Thiim und Felipe Fernández Laser.

Für den ROWE-BMW #99 mit Dan Harper, Max Hesse, Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor sowie den Schubert-BMW M3 Touring #81 mit Jens Klingmann, Ugo de Wilde, Connor De Phillippi und Neil Verhagen blieben am Ende die Plätze vier und fünf. Besonders der BMW M3 Touring entwickelte sich dabei zu einem der Publikumslieblinge des Wochenendes, da das Fahrzeug als Einzelstück aus einer Fanaktion entstanden ist.

Das nächste ADAC RAVENOL 24h Rennen auf dem Nürburgring findet vom 27. bis 30. Mai 2027 statt.

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.