Emil Doras erlebt emotionales Erfolgswochenende bei Europameisterschaft in Frankreich

Ein Wochenende voller Emotionen, Rückschläge und großer Erfolge liegt hinter Emil Doras beim ersten internationalen Wettbewerb des Jahres in Frankreich. Trotz schwieriger Voraussetzungen zeigte der junge Thüringer im MiniEnduro European Cup eine starke Leistung. Bereits am ersten Renntag begann das Wochenende alles andere als optimal. Gleich im ersten Test stürzte Emil und verletzte sich dabei zusätzlich an der Schulter. Durch den Zwischenfall verlor er rund 20 bis 30 Sekunden und fand sich zunächst nur auf dem vorletzten Platz wieder. Doch was danach folgte, war eine beeindruckende Aufholjagd. Mit mehreren Top-Zeiten unter den schnellsten drei Fahrern kämpfte sich Emil Position um Position nach vorne und beendete den Tag noch auf einem starken fünften Platz. Ohne den frühen Sturz wäre sogar Rang zwei möglich gewesen. Besonders bemerkenswert: Den amtierenden Europameister auf Platz sechs konnte Emil in vier von fünf Prüfungen schlagen – teilweise sogar deutlich.

Auch der zweite Tag begann unter schwierigen Bedingungen. Die Schulterprobleme hatten sich über Nacht deutlich verschlimmert, sodass Emil den linken Arm kaum noch anheben konnte. Lange war unklar, ob ein Start überhaupt möglich sein würde. Mit getapter Schulter und Schmerzmitteln entschied er sich dennoch, das Rennen aufzunehmen. Und erneut zeigte er starke Leistungen mit Zeiten unter den besten drei bis fünf Fahrern.

Für zusätzliche Dramatik sorgte dann eine Situation bei der Einfahrt in Runde zwei. Vier Fahrer hatten sich an einer Zeitkontrolle verstempelt und waren dadurch fünf Minuten zu früh an der ZK. Im Livetiming lag Emil zu diesem Zeitpunkt bereits auf Rang zwei hinter einem schnellen Fahrer aus Ungarn. Zunächst wurde die Strafzeit durch die französische Zeitnahme jedoch wieder annulliert. Nach Gesprächen mit dem FIM-Jurypräsidenten und einer erneuten Überprüfung wurde die ursprüngliche Entscheidung schließlich korrigiert.

Damit lag Emil plötzlich mit nur zwei Sekunden Vorsprung auf Platz eins – vor der letzten noch zu fahrenden Prüfung, auf der der Ungar zuvor meist schneller gewesen war. Unter enormem Druck bewies Emil jedoch außergewöhnliche Nervenstärke. Statt den knappen Vorsprung zu verlieren, baute er diesen sogar noch aus und gewann die Gesamtwertung am Ende mit fünf Sekunden Vorsprung. Der emotionale Höhepunkt folgte anschließend bei der Siegerehrung. Für Emil und seine Familie war es ein unvergesslicher Moment, als bei der Ehrung die deutsche Nationalhymne gespielt wurde.

Zusätzlich gab es bereits vor dem Wochenende weitere erfreuliche Nachrichten: Emil wurde vom DMSB für die deutsche U17-Nationalmannschaft nominiert. Gemeinsam mit Voith, Eisele und Mittag wird er Deutschland künftig in der Nationenwertung vertreten. Dort erreichte das deutsche Team einen starken dritten Platz.

Emil Doras ist Förderfahrer des ADAC Hessen-Thüringen sowie Mitglied der Yamaha-Talentförderung „BLU CRU“. Ein besonderer Dank gilt zudem allen Sponsoren, Unterstützern, Helfern und der Familie, die dieses Wochenende und die gesamte Saison überhaupt erst möglich machen.

PM: Emil Doras

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.