Das Drapak Rodeo im tschechischen Riesengebirge präsentierte sich 2026 in einem ungewohnten Bild. Nach teils sehr nassen Bedingungen in den vergangenen Jahren dominierten diesmal trockene und zunehmend staubige Verhältnisse rund um den Skihang von Petříkovice das Geschehen. Auch der angekündigte Regen am Sonntag ließ lange auf sich warten und hatte keinen entscheidenden Einfluss mehr auf das Renngeschehen.
Tag 1: Vater-Sohn-Duo Volný dominiert
Der erste Renntag wurde in der Reihenfolge des Prologs gestartet, wodurch sich für die schnellsten Fahrer klare Vorteile ergaben. Allen voran das Vater-Sohn-Duo der Volnýs, die neben ihrer Streckenkenntnis auch von den besten Bedingungen profitierten und dies konsequent nutzten. Am Ende stand ein Doppelsieg für die Familie Volný.
Mit zunehmender Renndauer verschlechterten sich die Streckenverhältnisse spürbar. Die staubige Strecke wurde immer weiter ausgefahren, insbesondere in den technisch anspruchsvollen Abschnitten an der Grenze zu Polen. Ab der zweiten Hälfte des Elitefeldes kam es dort vermehrt zu Staus, die das Rennen zusätzlich erschwerten.
Die deutschen Fahrer konnten sich dennoch gut behaupten. Felix Bopp belegte Rang zehn, Marcel Teucher folgte auf Platz 16 und Emil Kessler wurde 19. Für alle drei wäre unter besseren Umständen jedoch noch mehr möglich gewesen.

Tag 2: Valvoda gewinnt, Ondra Volný sichert Gesamtsieg
Am zweiten Renntag wurde die gleiche Runde gefahren, die durch die bereits stark beanspruchte Strecke nochmals schneller wurde. Den Tagessieg sicherte sich Jan Valvoda, der auch in Deutschland kein Unbekannter ist und in den vergangenen Jahren regelmäßig bei der AUNER HardEnduroSeries Germany antrat.

Für den Gesamtsieg reichte es jedoch nicht mehr:Ondra Volný verteidigte seine Führung mit einem zweiten Tagesplatz und gewann das Drapak Rodeo 2026.
Aus deutscher Sicht überzeugte vor allem Felix Bopp, der am zweiten Tag mit Rang sieben ein starkes Ergebnis einfuhr. Damit verbesserte er sich auf den zehnten Gesamtrang und wurde bester Deutscher im Feld.
Marcel Teucher hatte am Sonntag mit technischen Problemen am Schalthebel zu kämpfen und musste diesen im Rennen wechseln. Trotz dieses Rückschlags steigerte er sich um rund drei Minuten gegenüber dem Vortag und belegte am Ende Platz 16 in der Gesamtwertung.

Für Emil Kessler verlief der zweite Renntag weniger erfolgreich. Der junge Fahrer war bereits mit Problemen am Fuß ins Wochenende gestartet und musste nach einem weiteren Sturz das Rennen vorsichtshalber vorzeitig beenden.
Alle Ergebnisse aller Klassen sind hier abrufbar:
https://www.casomira.eu/pdf/DRAPAK%20RODEO%202026
Kritik an Organisation und Ablauf
Neben den sportlichen Leistungen sorgte vor allem die Organisation für Diskussionen im Fahrerlager. Viele Teilnehmer äußerten Unzufriedenheit über kurzfristige Änderungen und mangelnde Kommunikation.
So wurde vor dem Start des ersten Renntages nicht klar kommuniziert, dass statt der erwarteten zwei Runden lediglich eine Runde gefahren wird. Dies führte bei zahlreichen Fahrern zu Problemen bei der Renntaktik. Auch zeitliche Anpassungen sorgten für Kritik: Der Prolog am Freitag startete ohne Ankündigung einige Minuten früher, während die Startzeit am Sonntag erst am Vorabend gegen 22 Uhr auf 9:30 Uhr vorverlegt wurde.
Zudem fiel die Streckenlänge mit rund 16 Kilometern pro Tag vergleichsweise kurz aus. Auch wenn dies auf behördliche Genehmigungen zurückzuführen ist, wurde die Fahrzeit von insgesamt etwa drei Stunden angesichts eines Nenngeldes von über 200 Euro von vielen Fahrern als zu gering bewertet.
Fotos: DG Design/Denis Günther








