FIM SuperEnduro WM Belgrad: Spektakuläre Rennen auf schneller Strecke – Bolt erneut das Maß der Dinge

Der SuperEnduro-WM-Zirkus machte diesmal Station in Belgrad (Serbien). Besonders erfreulich war die Rückkehr von Ashton Brightmore, der nach langer Verletzungspause wieder ins Renngeschehen eingreifen konnte. Weniger gute Nachrichten gab es hingegen aus der Juniorenklasse: Milan Schmüser verletzte sich bereits im Training schwer und zog sich einen Schienbeinbruch zu. Damit ist der deutsche Titelanwärter höchstwahrscheinlich für den Rest der Saison außer Gefecht.

Auch Manuel Lettenbichler ging an diesem Wochenende leicht angeschlagen an den Start – frischgebackener Vater einer Tochter und zuletzt durch eine Erkältung geschwächt, stellte er sich dennoch der internationalen Konkurrenz.

Die Strecke in Belgrad präsentierte sich schnell und spektakulär. Eine ultralange Startgerade, wie Streckenpresenter Paul Bolton erklärte, sorgte für hohe Anfangsgeschwindigkeiten. Gleichzeitig bot der Kurs mehrere Linienoptionen sowie ein anspruchsvolles bergauf führendes Steinfeld, aus dem man mit genügend Schwung über vier im Downhill liegende Baumstämme herausapringen konnte. Besonders der Sprung als Drop-Down galt laut Bolton als schwierigster Abschnitt der Strecke den auch nur 1 Fahrer genau so absolvierte. Insgesamt wurde der Kurs trotz der Geschwindigkeit als technisch anspruchsvoll eingeschätzt.

Superpole: Bolt demonstriert erneut seine Klasse

In der Superpole setzte Billy Bolt einmal mehr ein deutliches Ausrufezeichen. Mit einer Zeit von 34,012 Sekunden war er rund eine Sekunde schneller als Jonny Walker (35,341 Sek.). Entscheidender Faktor war vor allem sein spektakulärer Step-Down-Move mit einem Vierfach-Sprung über die Baumstämme nach dem Steinfeld – eine erneute Machtdemonstration des „King of SuperEnduro“.

Experts Klasse: Pokorny dominiert beide Läufe

Bei den Experts sicherte sich der Tscheche Jiri Pokorny den ersten Laufsieg und bestätigte seine starke Form auch im zweiten Durchgang. Hinter ihm folgten der Grieche Konstantinos Efstathiadis sowie der Serbe Luboslav Janus. In der Tageswertung bedeutete das den Gesamtsieg für Pokorny vor Efstathiadis und dem Serben Victor Gavrilovic.

Youth Klasse: Spannende Rennen mit wechselnden Führungen

Im ersten Youth-Lauf erwischte der Österreicher Luca Kropitsch einen guten Start, stürzte jedoch in der Baumstamm-Matrix ebenso wie Connor Watson. Davon profitierte der Deutsche Max Eppelmann, der zwischenzeitlich bis auf Rang fünf nach vorne kam. Während Watson erneut zu Boden ging, kämpfte sich Wojtek Walczak stark an die Spitze und gewann den Lauf trotz eines späten kleinen Sturzes vor Eneko Martinez und Kropitsch.

Der zweite Lauf begann erneut mit Holeshot für Kropitsch, der sich zunächst etwas absetzen konnte. Watson lag dahinter auf Rang zwei, gefolgt von Martinez und Walczak. Im Rennverlauf übernahm Watson die Führung, während Kropitsch durch kleinere Fehler unter Druck geriet und Walczak auf Platz zwei nach vorne rückte.

In den letzten Rennrunden entwickelte sich ein intensiver Zweikampf zwischen Watson und Walczak. In der allerletzten Runde konnte Watson zunächst einen kleinen Vorsprung herausfahren, stürzte dann jedoch und ließ in der Matrix vier Baumstämme aus, um schnell wieder ins Rennen zu kommen. Walczak fuhr die Matrix regulär durch, verlor dabei jedoch entscheidende Zeit. Dadurch behielt Watson trotz des Zwischenfalls seinen Vorteil und brachte den Lauf als Sieger ins Ziel.

Gesamtwertung Youth:
1. Wojtek Walczak – 2. Eneko Martinez – 3. Luca Kropitsch

Junioren: Intensive Duelle nach Schmüser-Ausfall

Im ersten Junior-Lauf lieferten sich Toby Shaw und Manuel Gomez direkt ein starkes Duell an der Spitze. Henry Strauss war zunächst hervorragend positioniert, wurde jedoch durch einen Überschlag am Reifenhindernis zurückgeworfen. Am Ende gewann Shaw vor Gomez und Lampkin. Die deutschen Ergebnisse: Strauss 5., Bähker 7., Hannemann 8.

Der zweite Lauf im Reverse-Grid brachte viel Action: Holeshot für Burts Crayton, während Lampkin schnell auf Rang zwei nach vorne fuhr. Felix Bähker lag zunächst auf Platz vier, Strauss auf fünf. Nach mehreren Positionswechseln übernahm Gomez die Führung. Strauss lag lange auf Rang drei, musste sich kurzzeitig Shaw geschlagen geben, profitierte jedoch von dessen Sturz ebenfalls am Reifenhindernis und holte schließlich Platz drei hinter Gomez und Lampkin.

Im dritten Lauf führte zunächst Gomez, ehe Shaw die Spitze übernahm. Das Rennen war von zahlreichen Stürzen geprägt, auch Strauss kam in der Matrix zu Fall, kämpfte sich jedoch noch auf Platz fünf zurück. Der Sieg ging an Shaw vor Gomez und Lampkin.

Gesamtwertung Junioren:
1. Manuel Gomez – 2. Toby Shaw – 3. Fraiser Lampkin

Prestige Klasse: Bolt erneut dominierend

Der erste Prestige-Lauf begann mit dem Holeshot von Mitch Brightmore vor Toby Martin und Jonny Walker. Billy Bolt zeigte jedoch ein spektakuläres Überholmanöver, ging noch in Runde eins in Führung und setzte sich trotz eines späten Sturzes durch. Ergebnis: Bolt vor Brightmore und Walker – ein extrem spannendes Rennen mit allen Favoriten dicht zusammen.

Im zweiten Lauf (Reverse Grid) entwickelte sich zunächst ein intensives Duell zwischen Gomez und Olszowy, ehe Eddie Karlsson die Führung übernahm. Walker setzte sich kurzzeitig an die Spitze, bevor Bolt von hinten mit einem gewaltigen Sprung aus dem Steinfeld die Führung zurückholte. Ein heftiger Crash von Walker in der Matrix sorgte für zusätzliche Dramatik. Am Ende gewann erneut Bolt vor Karlsson und Toby Martin.

Der dritte Lauf brachte erneut Hochspannung: Holeshot für Toby Martin, später übernahm Karlsson die Führung. Bolt wurde wie einige andere beim Start durch einen Sturz von Ash Brightmore aufgehalten, zeigte jedoch eine beeindruckende Aufholjagd. Hinter ihm lieferten sich Mitch Brightmore und Karlsson ein intensives Duell um Platz zwei, das Brightmore schließlich für sich entschied. Walker arbeitete sich ebenfalls stark nach vorne.

Ergebnis Lauf 3:
1. Billy Bolt – 2. Mitch Brightmore – 3. Eddie Karlsson

Gesamtwertung Prestige:
1. Billy Bolt – 2. Mitch Brightmore – 3. Eddie Karlsson

Der WM-Abend in Belgrad bot damit erneut spektakulären SuperEnduro-Sport mit anspruchsvoller Strecke, intensiven Positionskämpfen und einer weiteren dominanten Vorstellung von Billy Bolt, der seine Favoritenrolle in der Weltmeisterschaft eindrucksvoll bestätigte. Weiter geht es bereits am nächsten Samstag in Newcastle.

Text: Marcel Teucher

Fotos: Future7Media

Denis Guenther
Denis Guenther
Denis Günther ist der Kopf vom motorsport-life.com Network. Seit 2003 hauptberuflich im Motorsport tätig ist er auf allen Rennstrecken in Europa zuhause. Egal ob Tourenwagen oder Endurosport, in allen Bereichen ist er der Experte.