Nach dem technisch extrem fordernden WM-Lauf in Bilbao reiste die FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft weiter nach Budapest. In Spanien zeigte sich einmal mehr Billy Bolt in der Prestige-Klasse als Maß der Dinge, während in der Juniorenklasse Milan Schmüser mit konstant starken Leistungen überzeugte und die deutschen Fahrer weitere wichtige WM-Punkte sammelten.
Der WM-Lauf in Budapest fand im MVM Dome statt, die Strecke wurde von Kornel Németh designt. Bereits nach der GoPro-Lap von Mitch Brightmore am Freitag wurde jedoch noch einmal Hand angelegt: Der Kurs erwies sich als zu technisch, der Fahrfluss kam kaum zustande. In der Folge wurden mehrere Baumstämme entfernt, um die Strecke fahrbarer zu machen und flüssigere Rennläufe zu ermöglichen.
Zeittraining: Brightmore überrascht – Starkes deutsches Aufgebot für die Abendläufe
Im Zeittraining der Prestige-Klasse sorgte Mitch Brightmore für eine Überraschung und setzte sich mit nur 0,090 Sekunden Vorsprung an die Spitze vor Billy Bolt. Da Manuel Lettenbichler auch in Budapest weiterhin pausiert, war Tim Apolle der einzige deutsche Starter in der Prestige-Klasse. In dem 13-köpfigen Feld belegte er Platz 11.
Bei den Junioren setzte sich erneut Milan Schmüser durch und geht von Startplatz eins in den Rennabend. Ebenfalls sehr stark präsentierte sich Fynn Hannemann, der das Zeittraining auf Rang drei beendete. Henry Strauss komplettierte das starke deutsche Juniorenfeld und qualifizierte sich mit Platz sieben ebenfalls für die erste Startreihe.
In der Youth-Klasse zeigte Max Eppelmann erneut eine starke Leistung und startet ebenfalls aus der ersten Reihe.
Im Europacup vertreten Felix Strauss und Florian Görner die deutschen Farben. Besonders erfreulich war das Ergebnis für Felix Strauss: Im Last Chance Race führte er lange das Feld an und sicherte sich am Ende mit Platz zwei erstmals den Einzug in die Abendläufe.
Superpole: Bolt setzt sich durch – Brightmore erneut knapp geschlagen
Den Auftakt der Superpole machte vor voll besetzter Halle Cooper Abbott, der in Budapest als Ersatz für Ashton Brightmore an den Start ging. Ashton Brightmore fehlte verletzungsbedingt, soll jedoch ab dem Lauf in Serbien wieder ins Geschehen eingreifen. Abbott unterliefen auf seiner Runde mehrere Fehler, wodurch Toby Martin auf der Stark Varg rund zwei Sekunden schneller war.
Mit der Spitze hatten jedoch beide nichts zu tun. Martin platzierte sich zunächst sogar vor seinem Teamkollegen Eddie Karlsson, doch an der Spitze entwickelte sich ein Dreikampf zwischen Jonny Walker, Billy Bolt und Mitch Brightmore.
Walker setzte früh ein Ausrufezeichen und war direkt eine Sekunde schneller als die Konkurrenz. Billy Bolt hatte jedoch einen klaren Plan: Mit einer perfekt abgestimmten Runde unterbot er Walkers Zeit nochmals um eine weitere Sekunde und übernahm die Führung.
Als letzter Fahrer ging Mitch Brightmore auf der X-Grip GASGAS an den Start, kam sehr nah heran, musste sich am Ende jedoch mit 0,656 Sekunden Rückstand geschlagen geben. Damit sicherte sich Billy Bolt erneut die vollen drei Punkte aus der Superpole.
Prestige-Rennen 1 – Ein wahnsinniges erstes Rennen
Jonny Walker holte sich den Holeshot, doch gleich danach verhakten sich Walker und Bolt, wodurch Toby Martin die Chance nutzte und die Führung übernahm. Hinter ihm kämpfte sein Stark-Kollegen Eddie Karlsson und Cooper Abbott, der überraschend auf Rang 3 lag.
Bolt musste von Platz 8 eine beeindruckende Aufholjagd starten, während Martin seinen Vorsprung stetig ausbaute und zwischenzeitlich unglaubliche neun Sekunden Vorsprung hatte. Erst zwei Minuten vor Rennende hatte Bolt es bis auf Rang 3 geschafft, musste aber noch 15 Sekunden aufholen. Walker hingegen fiel auf Rang 6 zurück.
In der letzten Runde passierte dann das Unerwartete: Toby Martin stürzte im Steinfeld, wodurch Billy erneut in Führung ging und den Sieg praktisch geschenkt bekam. Martin konnte das Rennen dennoch auf Platz 2 beenden, während Mitch Brightmore den dritten Rang sicherte.
Tim Apolle fuhr ein eher zurückhaltendes Rennen, was ihm am Ende Platz 7 einbrachte.
Prestige Lauf 2 – Bolt setzt sich souverän durch
Harry Edmondson sicherte sich den Holeshot, doch diesmal machte Bolt alles richtig und übernahm bereits in Runde 1 die Spitze. Seine Rivalen lagen zunächst weit zurück: Jonny Walker fand sich auf Platz 7 wieder.
Doch Mitch Brightmore zeigte früh seine Form und rückte bereits in Runde 3 auf Rang 2 vor, zeitweise sogar schneller als Bolt. Walker kämpfte diesmal deutlich engagierter und lag nach sechs Runden auf Platz 3 hinter dem Spitzenduo.
Als Brightmore näherkam, erhöhte Bolt das Tempo und baute seinen Vorsprung bis zum Rennende auf über neun Sekunden aus. Im Vergleich zum ersten Lauf war das Reverse-Grid-Rennen ereignisärmer, sodass Bolt den Sieg souverän holte. Brightmore sicherte sich Platz 2 vor Jonny Walker auf Rang 3.
Tim Apolle fuhr diesmal auf Platz 10 ins Ziel.
Prestige Lauf 3 – Bolt macht den Hattrick perfekt
Erneut lag Billy Bolt nach Runde 1 in Führung, dicht gefolgt von Mitch Brightmore. Jonny Walker setzte auf eine clevere Taktik: Platz 3 halten – genau die Position, die er nach der ersten Runde innehatte und die ihm zugleich den Podestplatz in der Gesamtwertung des Events sichern sollte.
Toby Martin fand sich nach zwei Runden nur auf Rang 11 wieder und spielte diesmal keine Rolle im Kampf um die Spitzenplätze. In Runde 6 kam es dann zur Wende: Billy Bolt stürzte, wodurch Mitch Brightmore die Führung übernahm.
Doch Bolt schlug zurück. Eine Runde vor dem Ende war er wieder dran und setzte einen kompromisslosen Blockpass, ging erneut in Führung und gewann auch den dritten Lauf vor Mitch Brightmore und Jonny Walker.
Dieses Ergebnis entsprach zugleich der Tageswertung von Budapest. Mit dem Sieg im dritten Lauf feierte Billy Bolt damit einen weiteren souveränen Laufsieg in dieser Saison.
Europacup Lauf 1: Miguel behauptet sich gegen Zsigovits – Deutsche sammeln Punkte
Im ersten Lauf des Europacups galt Norbert Zsigovits vor heimischem Publikum als klarer Favorit. Vor 14.000 Fans im MVM Dome setzte sich zunächst jedoch Eric Miguel an die Spitze. Felix Strauss und Florian Görner kamen gut ins Rennen, machten früh Plätze gut und lagen nach zwei Runden auf den Rängen zehn und elf.
Zsigovits startete in der dritten Runde eine Aufholjagd, setzte die Bestzeit des Laufs und schloss schnell zur Spitze auf. Als Miguel im schwierigen Steinfeld stürzte, ging der Lokalmatador zunächst in Führung. Doch Miguel ließ nicht locker, konterte eine Runde später auf der Innenspur, übernahm erneut die Spitze und verteidigte diese anschließend souverän.
Am Ende siegte Eric Miguel vor Norbert Zsigovits, Azzalini komplettierte das Podium auf Platz drei. Die deutschen Fahrer schlugen sich achtbar: Florian Görner beendete den Lauf auf Rang neun, Felix Strauss wurde 13. und verlor den möglichen zehnten Platz erst spät, nachdem er sich in der letzten Matrix noch einmal festgefahren hatte.
Europe Cup Lauf 2 – Eric Miguel dominiert den Finallauf
Eric Miguel sicherte sich erneut den Holeshot, während Zsigovits und Azzalini früh stürzten. Florian Görner zeigte einen starken zweiten Platz nach Runde 1, unterstützt von seinen neuen Team Offroadracing-Pilz und Rieju, die er erstmals einsetzte.
Dank der Stürze seiner stärksten Konkurrenten konnte Eric Miguel sogar einen kleinen Ausrutscher verkraften und fuhr souverän mit über 20 Sekunden Vorsprung zum Sieg. Florian Görner hätte beinahe für eine Sensation gesorgt, doch ein weiterer Sturz im Steinfeld ließ ihn zurückfallen, sodass er nur noch Rang 4 belegte.
Zsigovits profitierte vom Chaos am Ende und sicherte sich trotz der anfänglichen Probleme den zweiten Platz. Felix Strauss beendete den zweiten Lauf auf Rang 14.
Im Tagesklassement des Europacups holte sich Eric Miguel den Gesamtsieg vor Norbert Zsigovits und Hubert Hyla. Florian Görner landete auf dem vierten Rang.
Junioren Lauf 1: Schmüser behält den Überblick – Strauss kämpft sich zurück
Der erste Junioren-Lauf begann mit einem chaotischen Start, bei dem es zu mehreren Behinderungen kam. Henry Strauss wurde dabei besonders unglücklich aufgehalten und konnte das Rennen zunächst als Letzter aufnehmen.
Nach der ersten Runde führte Gomez Martinez das Feld an, vor Piazza, während Milan Schmüser auf Rang vier lag, direkt vor Fynn Hannemann und Felix Bähker. Schmüser nutzte anschließend seine Routine, machte schnell Plätze gut und arbeitete sich zügig auf Position zwei nach vorne.
Zur Rennhalbzeit lag Henry Strauss bereits wieder auf Platz neun, nachdem er sich kontinuierlich durch das Feld gekämpft hatte. Als Schmüser schließlich den Angriff auf die Führung startete, verzockte er sich zunächst, wodurch Gomez Martinez an der Spitze blieb. Kurz darauf unterlief dem Spanier jedoch ein Fehler, den Schmüser in der letzten Runde konsequent nutzte, um sich erneut den Laufsieg zu sichern.
Hinter Schmüser belegten Gomez Martinez und Toby Shaw die weiteren Podestplätze. Fynn Hannemann wurde Fünfter. Henry Strauss zeigte eine starke Aufholjagd, erholte sich vom missglückten Start und fuhr noch auf Platz sieben nach vorne, direkt vor Felix Bähker, der den Lauf auf Rang acht beendete.
Junioren Lauf 2 – Spannende Positionskämpfe im Steinfeld
Crayston sicherte sich den Start, doch Gomez übernahm schnell wieder die zweite Position. Milan Schmüser lag zunächst nur auf P7 hinter Henry Strauss, und zusammen arbeiteten die beiden deutschen Fahrer daran, nach vorn zu kommen.
Im Steinfeld kam es dann zum Chaos: Schmüser stürzte zusammen mit Liszka, wodurch Henry Strauss profitieren konnte und bis auf Rang 4 vorrückte. Doch auch für ihn verlief das Steinfeld nicht reibungslos – er verhakte sich und fiel bis auf Platz 8 zurück.
An der Spitze spitzte sich der Kampf zu zwischen Gomez, Martinez und Shaw. Am Ende reichte es für den ersten Platz überhaupt im Superenduro für Stark Varg und Gomez Martinez gefolgt von Toby Shaw und Milan Schmüser.
Das deutsche Fahrerpaket führte Fynn Hannemann auf Rang 6 an, gefolgt von Henry Strauss und Felix Bähker auf Platz 8.
Junioren 3. Lauf – Rote Flagge beendet dramatisches Finale
Milan Schmüser holte sich im letzten Lauf direkt den Holeshot vor Toby Shaw. Henry Strauss wurde erneut am Start geblockt und fiel zunächst bis ans Ende des Feldes zurück, kämpfte sich jedoch stark zurück und lag bereits nach Runde 1 wieder auf Platz 9.
Besser erwischte es Fynn Hannemann, der in Runde 2 auf Rang 4 lag. In der Folge nahm der „deutsche Zug“ richtig Fahrt auf: Nach Runde 5 führte Hannemann das Trio vor Felix Bähker und Henry Strauss an.
Ein Fehler von Gomez Martinez brachte Fynn Hannemann schließlich sogar auf Platz 3 nach vorn. Doch dann kam es zum Rennabbruch: Nach einem schweren Crash von Igor Duzniak wurde das Rennen mit der roten Flagge gestoppt. Gewertet wurde das Ergebnis eine Runde vor dem Abbruch – damit ging der Laufsieg an Milan Schmüser vor Toby Shaw und Fynn Hannemann.
In der Tageswertung sicherte sich Schmüser damit auch in Budapest den Gesamtsieg vor Gomez Martinez und Toby Shaw. Fynn Hannemann belegte einen starken vierten Platz, Henry Strauss wurde Siebter und Felix Bähker Achter.
Youth: Rote Flagge nach Chaos – Martinez Urquijo profitiert
Im Youth-Lauf setzte sich mit Eneko Martinez Urquijo zunächst ein neuer Name an die Spitze des Feldes. Max Eppelmann zeigte erneut einen starken Start und lag bereits auf Platz zwei, ehe er in der Matrix stürzte und dadurch auf Rang vier zurückfiel.
Luca Kropitsch startete eine starke Aufholjagd, machte viel Boden gut und übernahm schließlich sogar die Führung. Kurz darauf wurde das Rennen jedoch mit der roten Flagge unterbrochen. Grund dafür war ein zu großes Chaos auf der Strecke, unter anderem, weil sich Wojtek Walczak so unglücklich in einem Loch festfuhr, dass er aus eigener Kraft nicht mehr weiterfahren konnte.
Nach Auswertung der Rennsituation wurde das korrigierte Ergebnis festgelegt: Eneko Martinez Urquijo wurde als Sieger gewertet, vor Wojtek Walczak und Luca Kropitsch und Martinez. Max Eppelmann beendete den Lauf auf Platz vier.
Youth Lauf 2 – Entscheidung mit Drama am Start
Da die Youth-Klasse pro Event nur zwei Läufe bestreitet, fiel die Entscheidung bereits in Lauf 2. Gleich zu Beginn der Schock für Martinez: Seine Beta sprang am Start nicht an, womit er chancenlos blieb.
An der Spitze übernahm zunächst Tomas Merasicky die Führung, ehe diesmal Wojtek Walczak nach vorn kam. In Runde 3 unterlief Walczak jedoch ein Fehler, wodurch Merasicky wieder in Front lag – plötzlich mischte auch Connor Watson als Zweiter im Kampf um den Sieg mit.
Max Eppelmann hielt sich klug aus allen Zweikämpfen heraus und fuhr konstant auf Rang 4. Im Steinfeld setzte Connor Watson schließlich den entscheidenden Angriff, ging an Merasicky vorbei und holte sich den Laufsieg. Dahinter folgten Tomas Merasicky und Wojtek Walczak, während Max Eppelmann Platz 4 belegte.
Der Tagessieg ging an Wojtek Walczak vor Connor Watson. Durch das Chaos in Lauf 1 reichten Max Eppelmann jedoch zwei vierte Plätze für Rang 3 in der Tageswertung – ein starkes Ergebnis in erst seinem zweiten WM-Lauf.
Fazit – Budapest liefert erneut einen FIM Superenduro Lauf in Style
Der WM-Stopp in Budapest bot Superenduro pur: spektakuläre Holeshots, Stürze im Steinfeld, rote Flaggen und taktische Meisterleistungen über alle Klassen hinweg. In der Prestige-Klasse setzte Billy Bolt mit drei Laufsiegen ein deutliches Ausrufezeichen und bestätigte eindrucksvoll seine Vormachtstellung. Mitch Brightmore und Jonny Walker hielten mit starken Leistungen dagegen und sorgten für packende Duelle bis in die letzten Runden.
Auch in den Nachwuchsklassen wurde den Fans einiges geboten. Enge Positionskämpfe, Chaos in den Schlüsselstellen und starke deutsche Auftritte prägten vor allem die Junioren- und Youth-Rennen. Fahrer wie Milan Schmüser, Fynn Hannemann, Max Eppelmann und Henry Strauss zeigten, dass mit dem deutschen Nachwuchs auch auf WM-Ebene zu rechnen ist. Budapest unterstrich einmal mehr, wie unberechenbar und intensiv die Hardenduro-WM 2025 ist.
Vorschau – Nächster WM-Stopp in Belgrad / Serbien
Bereits in drei Wochen geht es für die FIM Superenduro-WM weiter nach Belgrad in Serbien.
Die Frage wird sein, ob Billy Bolt seine Siegesserie fortsetzen kann oder ob Herausforderer wie Brightmore, Walker oder Toby Martin zurückschlagen. Auch in den Junioren- und Youth-Klassen ist nach den engen Ergebnissen von Budapest alles offen. Die Fans dürfen sich auf den nächsten intensiven WM-Lauf freuen – Spannung ist in Sofia garantiert.
Foto: Future7Media







