Nach Monaten unbeantworteter Bedenken und ohne jegliche finanzielle Unterstützung durch ProTouchGlobal ziehen die weltweit führenden Hard-Enduro-Fahrer eine klare Grenze: Nur ein realistischer Rennkalender kann den Sport für Profis und Amateure gleichermaßen am Leben erhalten.
[Andorra, 28. Januar 2026] – Die World Enduro Riders Association (WERA) veröffentlichte heute eine deutliche Stellungnahme zum Kalender der FIM Hard Enduro World Championship (HEWC) 2026. Darin betont sie die Notwendigkeit eines nachhaltigeren und realistisch umsetzbaren Rennplans, der den tatsächlichen Rahmenbedingungen professioneller Fahrer, Werksteams, Hersteller und der gesamten Enduro-Community gerecht wird.
Trotz wiederholter Versuche, gemeinsam mit dem Promoter ProTouchGlobal und dem Championship Director Ross Whitehead Lösungen zu erarbeiten, kündigte WERA an, dass ihre Mitglieder – mangels substanzieller finanzieller Unterstützung durch den Promoter für Reise-, Logistik- und Nenngeldkosten – in dieser Saison maximal an sechs HEWC-Läufen teilnehmen werden.
Die Bedenken von WERA gehen auf fortlaufende Gespräche zurück, die bereits lange vor der Veröffentlichung des Kalenders begonnen hatten. Im September und Oktober 2025 führten WERA-Vertreter – darunter Präsident Alfredo Gomez, Manuel Lettenbichler, Mario Roman und Billy Bolt – persönliche Gespräche mit Whitehead bei den Veranstaltungen Hixpania und GetzenRodeo. Zu diesem Zeitpunkt äußerte ProTouchGlobal die Absicht, für 2026 nahezu zehn Rennen zu planen, während Whitehead erklärte, er sei sehr offen für eine Zusammenarbeit mit WERA an einem Kalender, der für alle Beteiligten sinnvoll sei.
WERA machte dabei unmissverständlich deutlich, dass maximal sechs HEWC-Läufe realistisch seien, da professionelle Fahrer und Teams zusätzlich an wichtigen Nicht-HEWC-Events wie dem Red Bull Erzbergrodeo und den Red Bull Romaniacs teilnehmen müssen. Diese sogenannte „6+2“-Struktur trägt den aktuellen Herausforderungen der Branche Rechnung, darunter sinkende Budgets bei Teams, Herstellern und im gesamten Sport.
Die Logistikkosten sind weiterhin extrem hoch – nicht nur für Elitefahrer, sondern auch für Amateurfahrer, die das Rückgrat des Hard Enduro bilden. Diese Problematik verschärfte sich bereits in der Saison 2025, in der Rennen auf mehreren Kontinenten, darunter Afrika und die USA, ausgetragen wurden, was Ressourcen und Teilnehmerzahlen stark belastete.
Einen Tag nach der Bekanntgabe des neun Läufe umfassenden HEWC-Kalenders 2026 Mitte Dezember 2025 nahm WERA umgehend Kontakt zu Whitehead auf, um die Bedenken zu besprechen. Der Rückruf erfolgte jedoch erst Mitte Januar 2026 – also einen Monat später. Trotz klarer Kommunikation und detaillierter Darlegung der finanziellen und logistischen Einschränkungen hielt der Promoter am erweiterten Kalender fest. Bis heute hat ProTouchGlobal keine Rückmeldung zu möglicher finanzieller Unterstützung bei Logistik, Nenngeldern oder Registrierungsgebühren gegeben, sodass Fahrer und Teams die komplette Last selbst tragen müssen.
„WERA hat sich stets für eine konstruktive Zusammenarbeit zum Wachstum des Hard-Enduro-Sports eingesetzt“, erklärte Alfredo Gomez, Präsident von WERA. „Wir haben unsere Bedenken mehrfach vor der Kalenderveröffentlichung geäußert und waren jederzeit offen für eine ausgewogene Saisonplanung. Leider wurden unsere Hinweise nicht ausreichend berücksichtigt, sodass wir nun diesen Schritt gehen müssen, um die Nachhaltigkeit des Sports zu schützen.“
Vor diesem Hintergrund haben sich die WERA-Fahrer und Hersteller einstimmig darauf geeinigt, dass nur sechs HEWC-Läufe realistisch umsetzbar sind. Die Vereinigung hat folgende Rennen identifiziert, an denen aufgrund übermäßiger logistischer Anforderungen, Kosten und Terminüberschneidungen nicht teilgenommen wird:
- XL Lagares (Portugal): Als eines der abgelegensten Events Europas mit erheblichen logistischen Herausforderungen, zusätzlich erschwert durch einen Prolog weit entfernt vom eigentlichen Renngebiet.
- Roof of Africa (Lesotho): Der Austragungsort erfordert massive und kostenintensive Logistik; zudem wurde das Rennen aus Fahrersicht als die am schlechtesten organisierte Veranstaltung der letzten Saisons kritisiert.
- Sea to Sky (Türkei): Hohe Logistik- und Startkosten machen eine Teilnahme untragbar, zusätzlich verschärft durch die unzureichende Vorbereitungszeit zwischen diesem Event und Hixpania.
- Forza Orza (Schweden): Terminüberschneidung mit dem Tennessee Knock Out, einem Schlüsserevent für viele Profifahrer. WERA schlägt eine Terminverlegung vor.
Die WERA-Fahrer werden sich ausschließlich auf folgende sechs HEWC-Läufe konzentrieren:
Alestrem, Silver Kings, Abestone, Wild Woods Extreme, Hixpania und Forza Orza – letzteres unter der Voraussetzung, dass der Termin angepasst wird, um die Überschneidung zu beheben.
Diese Entscheidung unterstreicht das Engagement von WERA für die langfristige Gesundheit des Hard-Enduro-Sports, damit dieser für alle Beteiligten zugänglich und tragfähig bleibt. Die Vereinigung hofft weiterhin auf einen konstruktiven Dialog mit ProTouchGlobal, um künftig einen Kalender zu entwickeln, der Wachstum ermöglicht, ohne Ressourcen zu überlasten.
Über die World Enduro Riders Association (WERA)
Die World Enduro Riders Association ist eine fahrergeführte Organisation, die sich der Weiterentwicklung des Hard-Enduro-Sports durch Zusammenarbeit, Transparenz und Innovation verschrieben hat. Durch die Vertretung der Interessen der Fahrer und die Kooperation mit zentralen Akteuren setzt sich WERA für fairere, attraktivere Veranstaltungen ein, die die globale Community inspirieren.
Fotos: DG Design/Denis Günther








