Vor ausverkaufter Kulisse in der WT Energiesysteme Arena Riesa erlebten die Fans am Samstagabend einen hochspannenden zweiten Lauf der FIM SuperEnduro Weltmeisterschaft 2026. Nach dem spektakulären Saisonauftakt in Gliwice zeigte sich auch Riesa einmal mehr als anspruchsvoller Austragungsort, an dem insbesondere die berüchtigte Brücke mit anschließender Kehre eine entscheidende Rolle spielte.

Superpole: Bolt setzt sich erneut durch – Stark Varg stark vertreten
In der Superpole präsentierte sich das Feld ausgeglichen und hochklassig. Gleich zwei Stark-Varg-Piloten schafften den Sprung in die Top 6. Zunächst lagen Toby Martin und Eddie Karlsson vor Dominik Olszowy, ehe sich Josep Garcia zwischenzeitlich an die Spitze setzte. Ashton Brightmore beendete seine Runde auf Platz drei.
Am Ende setzte sich jedoch erneut Billy Bolt klar durch. Der Brite, der im Zeittraining noch „nur“ Zweiter gewesen war, legte in der Superpole deutlich nach und holte sich die Bestzeit. Jonny Walker ging als letzter Fahrer auf die Strecke, nachdem er am Nachmittag das Zeittraining gewonnen hatte, kam jedoch nicht über Platz fünf hinaus.
Europacup: Ungarischer Sieg – Deutsche nur in den hinteren Rängen
Der erste Lauf des Europacups begann mit Mark Szöke an der Spitze, doch Norbert Zsigovits machte im Rennverlauf Boden gut und setzte sich zwei Runden vor Rennende an die Spitze des Feldes. Der Ungar ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.
Aus deutscher Sicht verlief der Lauf enttäuschend. Für die deutschen Fahrer blieben lediglich die hinteren Positionen, wobei Edward Hübner als Achter noch das beste Ergebnis erzielen konnte.
Im zweiten Europacup-Lauf gewann Eric Miguel, während Norbert Zsigovits im Rennen immer weiter aufholte. In der Schlussphase kam der Ungar bis auf Schlagdistanz heran. Durch Überrundete wurde es noch einmal eng, ehe Zsigovits an der Brücke hängen blieb und bis auf Platz drei zurückfiel.

Davon profitierte Mark Szöke der noch vorbeiging. Den Tagessieg holte sich Eric Miguel. Bester Deutscher wurde Florian Görner auf Platz 7.
Youth: Historischer Sieg für Luca Kropitsch
In der Youth-Klasse durfte Luca Kropitsch jubeln. Der Österreicher gewann erstmals einen SuperEnduro-Lauf und schrieb damit Geschichte: Er ist der erste Österreicher, dem ein Sieg in der Halle gelang.

Junioren: Schmüser siegt – Strauss holt Podium vor Heimpublikum
Im ersten Lauf der Juniorenklasse zeigte Toby Shaw eine fehlerfreie Vorstellung und fuhr problemlos zum Sieg. Milan Schmüser musste sich nach einem schwierigeren Start zunächst nach vorne arbeiten und beendete den Lauf schließlich auf Platz zwei.
Maximilian Spieß hielt sich anfangs stark auf Rang fünf, verlor jedoch mehrfach an der Brücke den Schwung und fiel dadurch weit zurück. Henry Strauss und Fynn Hannemann zeigten solide Leistungen. Für Strauss endete der Lauf auf Platz sieben, Hannemann komplettierte das deutsche Ergebnis mit einem soliden Auftritt im Mittelfeld.

Der zweite Juniorenlauf wurde im Reverse Grid gestartet. Milan Schmüser arbeitete sich schnell nach vorne, übernahm früh die Führung und brachte diese souverän bis ins Ziel.
Dahinter entwickelte sich ein intensiver Dreikampf, aus dem Henry Strauss als Sieger hervorging. Der Deutsche setzte sich durch und feierte mit Platz zwei einen starken Erfolg vor heimischem Publikum.
Mit dem deutschen Doppelsieg im zweiten Lauf ging es in den entscheidenden dritten Juniorenlauf. Milan Schmüser bestätigte seine starke Form erneut, gewann auch diesen Durchgang und sicherte sich den Tagessieg, vor dem erneut sehr schnellen Toby Shaw.

Der Kampf um Platz drei entwickelte sich zum Krimi. Henry Strauss wollte den Podestplatz unbedingt und musste sich gegen Manuel Gomez Martinez auf der Stark Varg behaupten. Auf der Strecke lagen beide eng beieinander, bis Strauss einen kleinen Fehler machte und mehrere Plätze verlor. Gomez stürzte jedoch an der berüchtigten Brückenauffahrt, sodass Strauss doch noch vorbeigehen konnte und sich unter dem Jubel der Fans den Podestplatz vor heimischem Publikum sicherte.

Somit sind auf dem Podest mit Schmüser und Strauss die beiden Hauptprotaganisten der AUNER HardEnduroSeries Germany 2025 zu finden. Was ebenfalls als Erfolg der Serie anzusehen ist.
Prestige: Trotz einigen Dramen siegt erneut Bolt
Der erste Prestige-Lauf entwickelte sich zu einem der spannendsten SuperEnduro-Rennen der letzten Jahre, auch wenn das Ergebnis am Ende erneut bekannt ausfiel. Billy Bolt zeigte ungewohnt viele Fehler, was Jonny Walker die Chance eröffnete, die Führung zu übernehmen.

Doch drei Runden vor Schluss unterlief auch dem Triumph-Piloten ein Fehler. Bolt kam wieder näher, ging vorbei und sicherte sich trotz der Schwierigkeiten erneut den Laufsieg. Tim Apolle lag lange Zeit auf Platz drei, fiel im weiteren Verlauf jedoch wieder auf seine gewohnten Positionen zurück. Davon profitierte Eddie Karlsson, der erneut Rang drei belegte.

Auch im zweiten Prestige-Lauf, der ebenfalls im Reverse Grid gestartet wurde, ließ Billy Bolt keine Zweifel aufkommen und setzte sich schnell an die Spitze. Dahinter hielt sich zunächst Manuel Lettenbichler auf Rang zwei, bis Jonny Walker vorbeigehen konnte.
Lettenbichler verlor im weiteren Rennverlauf auch noch Platz drei an Eddie Karlsson, der erneut mit einer konstant starken Leistung überzeugte.
Im dritten Prestige-Lauf setzte Billy Bolt zu einem klaren Start-Ziel-Sieg an und ließ keine Zweifel aufkommen. Jonny Walker kämpfte sich nach einem schlechten Start erneut nach vorne wurde aber in diesem Lauf nur dritter.

Für die Überraschung des Abends sorgte Josep Garcia, der in seinem erst zweiten SuperEnduro-Rennen einen überragenden zweiten Platz im letzten Lauf belegte und damit in der Gesamtwertung den dritten Platz belegte. Der Teilzeit-SuperEnduro-Pilot zeigte sich sichtlich glücklich und blickt bereits mit Vorfreude auf sein Heimspiel in Bilbao, wo die WM am 17. Januar 2026 fortgesetzt wird.

Als Sieger verließ erneut Billy Bolt die Riesaer Arena vor Jonny Walker. Zurück kommen alle am 09.01.2027 wo der Termin bereits jetzt feststeht.
Alle Ergebnisse sind unter https://live.motoresults.pl/ zu finden.
Fotos: DG Design/Denis Günther








